“aha…” 25 Jahre. Ein Katzensprung fürs Hirn.

(Foto: Reiner Voß/view)

Gestern Abend Gedenkfeier und Gottesdienst in Ramstein. Berührend: Die Verlesung der Namen aller 70 Opfer. Der Gedanke beim Hören gleicher Nachnamen: Klar, die standen da beieinander, und dasselbe Unglückswrackteil hat sie getroffen. Oder derselbe Riesenklatsch brennendes Kerosin. 1988, vor 25 Jahren. Ich war damals 15, mehr beeindruckt vom Spektakulären, von den Fernseh- und Zeitungsbildern, als von menschlichen Schicksalen. Das wurde mir erst später bewusst. Weiterlesen

“aha…” QR-Code: Tot oder lebendig

Mit QR-Codes bin ich lange Zeit nicht recht warm geworden. Ich empfand diese schwarz-weiß gemusterten Quadrate auf Werbeplakaten etc. eher als störend. Mir war (und ist) der Mehrwert selten klar. Wenn’s wenigstens Schachdiagramme gewesen wären …

Immerhin, die iRucksack-App zum Katholikentag 2012 in Mannheim war gelungen. Eine digitale Schnitzeljagd zu verschiedenen Orten in der Quadratestadt, manche zusätzlich verrätselt, überall den QR-Code “in den Rucksack stecken”, und je mehr man sammelte, desto mehr Goodies durfte man mit nach Hause nehmen. Ich war nur für einen Nachmittag dort, darum kam ich nicht über das Ausprobieren an einer einzigen Station hinaus.

Praktisch finde ich auch den Einsatz von QR-Codes in “Kirche im Aufbruch praktisch“. In dem ganz frisch erschienenen Buch sind 250 ausgewählte Beispiele guter Praxis von der EKD-Plattform “geistreich” zusammengestellt: Je eine Doppelseite pro Projekt – und je ein QR-Code pro Doppelseite, der direkt zum entsprechenden Eintrag auf geistreich.de führt. Prima Sache. Weiterlesen

“mmh…” An´s Sterben denken. Leben.

Der Kleine kam und sie ging. Mehr muss ich nicht sagen zu den Beiden. Es ist mein Foto für diese Tage. Um im zärtlichen Novembernebel zur Besinnung zu kommen.

„Ach, hätte ich doch mehr Zeit mit Arbeit verbracht.“ Nein, das wird kaum jemand sagen auf dem Sterbebett. „Ach, hätte ich meiner Frau früher mehr Blumen gebracht und nicht erst an ihr Grab.“ Das sind eher die Gedanken zum “Leben mit dem Tod“. Und das sind meine…

November.
Das Jahr geht.
Ich halte Schritt.
Den Wecker im Ohr:
Schon spät. Steh auf.
Das Ticken im Kopf:
Lauf. Beeil dich.

Leben
vierundzwanzig Stunden.
Doch wie oft sage ich:
Keine Zeit!
Erledige vieles gleichzeitig.
Der Uhr ist das gleich.
Der Zeiger rast.
Die Angst kriecht in den Nacken.
Meine Zeit – nicht ewig.

“Lehre uns bedenken,
dass wir sterben müssen,
auf dass wir klug werden.”

Wie klug wäre das.
Wie gut, zu lernen.
Lehre mich, Ewiger.

Leben
nicht gleichzeitig
rechtzeitig.

Das Buch lesen
den Brief schreiben
den Besuch machen.
Endlich.

Nur mal
reden
lachen
weinen.

Zu mir
kommen
zu dir.
Ankommen.

“Ewiger. Lehre mich bedenken,
dass ich sterben muss,
auf dass ich klug werde.”

Leben wie ein Psalm
wie ein Kuss,
da die Welt still steht.

Und im Nacken
der warme Hauch
des Ewigen.
November.

Ja, die Nebel, gerade sie, lassen nichts unverschleiert. Zeigen mein Leben, wie es ist. Lebensblicke. Die Frage dieser Woche ist auch meine Freitagsfrage.

Before i die
. 
Bevor ich sterbe, will ich …

Und: Es darf nur ein Satz sein, ein Wort, ein Wunsch, ein Traum.
Knapp, kurz, unkorrekt, übermütig... Siehe im Link. Before i die.

Bin gespannt, Eure
Mechthild Werner