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14.01.2014

Irdische Entscheidungen im Vollzug

Dekan Dietmar Zoller predigt in Rechtenbach – Nicht alle Besucher begrüßen die Worte eines Presbyters


Gottesdienst mit Dekan Dietmar Zoller (vorne links): Zu diesem Zeitpunkt waren noch nicht alle Besucher anwesend. Foto: VAN

Gottesdienst mit Dekan Dietmar Zoller (vorne links): Zu diesem Zeitpunkt waren noch nicht alle Besucher anwesend. Foto: VAN

Als „irdische Entscheidungen, die nach reiflichen Überlegungen gefallen sind“ hat Dekan Dietmar Zoller die Zusammenlegung der Pfarrämter Schweigen-Rechtenbach und Dörrenbach-Oberotterbach zum Jahreswechsel bezeichnet. Der Dekan des Kirchenbezirks Bad Bergzabern predigte am ersten Sonntag des neuen Jahres in der protestantischen Kirche Rechtenbach und verschwieg nicht, dass sich durch den Wechsel in der bisherigen Kirchengemeinde Schweigen-Rechtenbach natürlich auch manches verändern könne.

Das Presbyterium der Gemeinde hatte im November gegen die Entscheidung der Kirchenregierung der pfälzischen Landeskirche protestiert, nach der die neue gemeinsame Pfarrstelle mit Pfarrerin Margarete Lingenfelder (bisher Dörrenbach-Oberotterbach) und nicht wie von ihm gewünscht mit Pfarrer Ulrich Hauck (bisher Schweigen-Rechtenbach) besetzt wurde. (Wir berichteten in „Kirchenbote“ 47/2013.) Es hat zudem gegen diese Entscheidung vor dem Verfassungs- und Verwaltungsgericht der Landeskirche geklagt.

„Natürlich bringt ein Wechsel auf einer Pfarrstelle andere Farben an Theologie zum Leuchten“, sagte Zoller in dem gut besuchten Gottesdienst. Er bat, der Zusammenarbeit mit Pfarrerin Lingenfelder eine Chance zu geben. Sie werde für jeden dankbar sein, der sich in die Gemeindearbeit einbringe, und jeder werde willkommen sein, der sich neu zur Mitarbeit gewinnen lasse. In den Fürbitten bat Zoller auch für Pfarrer Hauck und seine Familie, die „nach Jahren des Engagements die schweren Schritte des unfreiwilligen Abschieds gehen müssen“. Er sagte: „Halte uns in deiner Liebe, dass alle Auseinandersetzung nicht in Zerwürfnissen endet.“ Die Gemeinde stehe nun vor der schwierigen Aufgabe, zusammenzufügen, was zusammengehören soll.

Im Anschluss an den Gottesdienst betonte ein Presbyter vor der Gemeinde, dass sie die Entscheidung der Kirchenregierung bedaure. Sollte die Klage der Kirchengemeinde vor dem Kirchengericht keinen Erfolg haben, müsse sie sich „alternative Wege überlegen“. Zum Zeitpunkt dieses – recht unversöhnlichen – Satzes hatte sich ein Teil der Gemeinde bereits demonstrativ erhoben, um die Kirche zu verlassen. Noch im Laufe dieser Woche sollte nun ein Treffen zwischen Mitgliedern des Presbyteriums, Pfarrerin Lingenfelder und Dekan Zoller stattfinden. Hartmut Metzger