SWR 1 Rheinland-Pfalz "Anstöße": Alles hat seine Zeit.
Pfarrer Stefan Bergmann, Kaiserslautern, spricht ‘Anstoesse’ bei SWR 1 Rheinland-Pfalz am Montag, 05. Juli 2010.
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RPR1 "Angedacht": Einfach rücksichtslos...
Bettina Blum, Speyer, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Samstag, 03. Juli 2010:
Unser Slogan „Gott sei Dank, es ist Sonntag“ kommt mir in diesem Sommer nur über zusammengekniffene Lippen. Am frühen Sonntag gehen bei meinen Nachbarn nämlich erst einmal – rattatattata“ – alle Rollläden hoch und die Fenster auf.
Den ersten Familienkrach des Tages kann ich so gleich live und in Originallautstärke mit verfolgen. Anschließend bekomme ich den neuesten Musikgeschmack der pubertierenden Töchter auf die Ohren.
Und dank dieser Nachbarn dämmert mir nun, was das wohl für Posaunen waren, die die Mauern von Jericho einstürzen ließen: Vuvuzelas, die man im Nachbarhaus jetzt während der WM gerne und häufig zum Einsatz bringt. Zu alledem fällt mir nur eins ein: es ist rücksichtslos.
Oder erwarten meine Nachbarn von mir vielleicht ein ähnliches Verhalten und halten sich deshalb genau an die biblische Empfehlung: „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch“ Wohl eher nicht.
Wie schön aber wäre es, wenn wir alle uns bei dem, was wir tun, immer fragten, ob wir damit auch niemandem auf die Füße treten.
Liebe Nachbarn, ich hoffe dass Ihr diesen Beitrag hört und morgen die Fenster zulasst oder Euch zumindest auf Zimmerlautstärke einpegelt. Falls nicht, gibt’s in meinem Garten nächsten Samstag Public Viewing – mit hundert geladenen Gästen!
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RPR1 "Angedacht": Zurück zu den Wurzeln.
Bettina Blum, Speyer, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Freitag, 02. Juli 2010:
Island – das ist das kleine Land von dem böse Zungen behaupten, es habe erst unsere Kohle verbrannt und uns dann die Asche geschickt…
Angesichts neuer Krisen und Katastrophen hat man Island fast schon wieder vergessen. Jenes Land in Europa, in dem Ende 2008 die gesamte Bankenwelt zusammenbrach.
Jahrelang fühlten sie sich als Nation der kühnen Börsenstürmer. Dann kam der Zusammenbruch und mit ihm das Umdenken.
“Ein Baum hat Hoffnung, wenn er schon abgehauen ist, dass er sich wieder erneuere, und seine Schößlinge hören nicht auf.” So steht es im Buch Hiob. Heißt mit anderen Worten: Ein Neuanfang ist möglich, auch wenn man schon am Boden liegt.
Die Isländer haben mir gezeigt, dass es stimmen kann. Nach dem Zusammenbruch haben die Isländer erkannt, dass es noch andere Werte im Leben gibt als nur Geld verdienen und es wieder ausgeben – für viermal Urlaub im Jahr und 24-Stunden-Shopping.
Die Inselbewohner haben es geschafft, umzudrehen und wieder zu dem zu werden, was sie eigentlich auch vorher waren: ein kulturinteressiertes Volk. Musik, Theater – und Literatur: nirgendwo gibt es auf die Einwohner gerechnet so viele Krimiautoren wie in Island.
Umdenken und umdrehen, das könnte auch uns nicht schaden. Denn wir laufen noch immer im Hamsterrad des Höher, Weiter, Immer-mehr! Warum eigentlich? Von der Antwort auf diese Frage hängt unser Glück ab! Fangen wir doch ganz schnell an, nach dieser Antwort zu suchen!
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RPR1 "Angedacht": www.gott-glauben.de.
Bettina Blum, Speyer, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Donnerstag, 01. Juli 2010:
www.gott-glauben.de – das ist die Adresse einer Seite im Internet, auf der Menschen erklären, warum sie an Gott glauben: „Weil er mir einen Weg zeigt“, steht da. „Weil ich ihn spüren kann, wenn ich Probleme habe“.
Na und, wird jetzt manch einer denken – das sind doch alles nur Gefühlsdusseleien, aber noch lange kein Beweis. Beweis wofür? Dass es diesen Gott überhaupt gibt? Warum wollen wir eigentlich immer für alles Beweise? Das ist doch gerade das Entscheidende am Glauben: nicht zu wissen und es trotzdem für möglich zu halten.
Als Rudolf Augstein, der Herausgeber des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ starb, ehrte ihn der Hamburger Senat mit einem Staatsakt in einer Kirche, mit Pfarrer und christlicher Predigt.
Dagegen gab es Proteste, weil einige meinten, das verhöhne die Weltanschauung des bekennenden Nichtchristen Augstein. “Er hat sich auch auf seinem Totenbett nicht bekehrt. Er hat nur das geglaubt, was man mit dem Intellekt und dem historischen Scharfsinn erfassen kann“, hat der Pastor in seiner Predigt diese Anschauung beschrieben.
Gestern war ich auf der Beerdigung eines Freundes. Warum er sterben musste, darauf konnte der Verstand keine Antwort geben. Aber daran zu glauben, dass es für ihn jetzt anderswo weiter geht, das war seiner Witwe und war mir ein großer Trost. Intellekt und Scharfsinn hatten uns den nicht bieten können.
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RPR1 "Angedacht": Inszenierte Lüge.
Bettina Blum, Speyer, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Mittwoch, 30. Juni 2010:
In biblischen Zeiten waren sie bereits verpönt: Menschen, die nur dann Gutes tun, wenn man sie dabei beobachten kann. „Heuchelei“ so nennt die Bibel das, was sie tun und diese Art der Täuschung gibt es auch heute noch: bei Weltverbesserern und allen Arten von Gutmenschen.
Heuchelei, das ist im Grunde nichts anderes als inszeniertes Lügen. Etwas vortäuschen, um bei anderen eine bestimmte Reaktion hervorzurufen. Die harmloseste Form ist die Höflichkeit: ein bisschen freundlicher zu sein als man empfindet, kann durchaus sinnvoll sein.
Fast schon überlebenswichtig ist, Heuchelei dort zu durchschauen, wo sich andere große Vorteile durch sie verschaffen wollen: in der Politik, in der Wirtschaft – und vor allem im eigenen Berufsleben.
Auf einem Fest wurden mir kürzlich eine Reihe neuer Kollegen vorgestellt. Und bei allen informierte mich mein Begleiter gleich darüber, wer als ehrlich gilt. Und wer als jemand, der „vorne nicht wie hinten“ ist.
Schon die Bibel warnt vor denen, die freundlich tun, solange sie etwas von einem wollen. Und die einen ans Messer liefern, wenn es ihnen nutzt. Aber, so tröstet der Evangelist Matthäus:“Sie haben ihren Lohn dahin.”
Will heißen, das ganze Theater bringt ihnen auf lange Sicht nichts. Daran sollten wir uns jedes Mal erinnern, wenn wir kurz davor sind, es auch mal mit ein bisschen „inszenierter Lüge“ zu versuchen.
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RPR1 "Angedacht": Tür auf, Tür zu.
Bettina Blum, Speyer, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Dienstag, 29. Juni 2010:
“Gott schließt nie eine Tür, ohne eine andere zu öffnen”, heißt es in einem irischen Sprichwort. Gehört habe ich es zuletzt von einer jungen Frau, in deren Leben so manches schief gelaufen ist. Die in ihrem Job unglücklich war und krank wurde. Und die dann eine Umschulung gemacht hat und jetzt verzweifelt auf einen neuen Arbeitsplatz hofft. Für sie war der Spruch ein Trost.
Ich frage mich allerdings, warum Gott sich überhaupt die Mühe machen sollte, Türen zu schließen. Hat das vielleicht mit Erziehung zu tun? Nach dem Motto: Glaub‘ bloß nicht dass ich Dir für immer lasse, was Du hast ? Irgendwie ein merkwürdiges Bild, dieses Tür auf, Tür zu, Tür auf, Tür zu…
Ich fürchte, wir machen es uns mit diesem Spruch ein wenig zu einfach, indem wir die Verantwortung für unsere Entscheidungen einfach an eine höhere Instanz abschieben.
Gott öffnet Türen, aber nicht zwangsläufig, weil er eine andere zugemacht hat. Im Gegenteil: „Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan und niemand kann sie zuschließen“, heißt es im Buch der Offenbarung.
Wenn Sie also das nächste Mal das Gefühl haben, da hat Ihnen jemand eine Chance verbaut, die sie gerne genutzt hätten – suchen Sie die Schuld nicht bei Gott. Aber hoffen Sie auf jeden Fall darauf, dass er ihnen immer eine Chance bietet – die sie nutzen können.
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RPR1 "Angedacht": Auch die Sonne hat Flecken.
Bettina Blum, Speyer, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Montag, 28. Juni 2010:
Kennen Sie das? Sie haben den ganzen Tag in Ihrem Job das Beste gegeben und dann ist es passiert: Sie haben eine wichtige Sache übersehen und Ihr Kollege hat Ihnen das genüsslich unter die Nase gerieben.
Oder Sie haben vielleicht eine Entscheidung getroffen, die sich später als falsch heraus gestellt hat und jetzt ist Ihnen das peinlich? Und bei alledem werden Sie das Gefühl nicht los: Sie können sich anstrengen so viel Sie wollen – es ist dennoch nie genug.
Warum sind die anderen offenbar perfekt, Sie aber nicht? Trösten Sie sich: die anderen sind es auch nicht, die tun nur so. Und hören Sie ganz schnell damit auf zu glauben, Sie müssten fehlerfrei sein – dieses Denken treibt Sie nur in den Wahnsinn oder Sie werden zumindest Magengeschwüre bekommen.
Fangen Sie lieber an sich zuzugestehen, dass Sie nicht vollkommen sind. Und gestehen Sie es ihren Mitmenschen ebenfalls zu. „Auch die Sonne hat Flecken“, sagen die Schweden, wenn sie meinen, dass niemand ohne Fehler ist. Und trotzdem wäre das Leben ohne Sonne für uns undenkbar.
Deshalb mein Rat für Sie – versuchen Sie es mal mit einer Lebenseinstellung wie sie der Prediger Salomo hatte: Da merkte ich, dass es nichts Besseres gibt als fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben. Denn ein Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinen Mühen, das ist eine Gabe Gottes.
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