SWR 1 Rheinland-Pfalz "Anstöße": Lass es wachsen

Pfarrer Olliver Zobel, Bingen, spricht spricht ‘Anstoesse’ bei SWR 1 Rheinland-Pfalz am Montag, 28. Februar 2011.

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RPR1 "Angedacht": Schutzschild.

Pfarrer Alexander Ebel, Speyer, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 und ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Samstag, 26. Februar 2011:

„Tschakaaa – du schaffst es!“ „Das wird schon wieder.“ –– „Ich bin ruhig, ganz ruhig, mein Atem geht tief und gleichmäßig…“ – „Keine Panik!“ – „Ich bin so schön, ich bin so toll, ich bin der Anton aus Tirol.“

Wie machen Sie das, wenn Sie eine Selbstversicherung brauchen? Wenn eine schwere Aufgabe bevorsteht, eine Prüfung? Oder wenn Sie das Gefühl haben, es geht gerade alles daneben? Wenn Sie den Glauben an sich selbst zu verlieren drohen?

Der Reformator Martin Luther soll in solchen Situationen mit Kreide vor sich auf den Tisch die drei Worte geschrieben haben: „Ich bin getauft!“ Das war sein persönlicher Schutzschild.

Ich bin getauft. Mit anderen Worten heißt das: Ich habe einen Vater im Himmel. jederzeit darf ich zu ihm kommen. Keine Schuld hat so viel Macht, dass sie mir die Heimkehr zu Gott versperren könnte. Kein anderer als Gott selbst hat mir das Leben gegeben und will, dass ich lebe. Das macht mich stark.

Wenn die Angst übermächtig wird, mich zu lähmen droht: Ich bin getauft! Wenn die Welt voll Teufel scheint: Ich bin getauft! Wenn Schmerz, Krankheit, Tod mir zu schaffen machen: Ich bin getauft!

Das bleibt. Das führt mich auf meinem Weg, durch Dunkel und Licht, und gibt mir Hoffnung und Zuversicht für ein Leben, das gelingen wird.

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RPR1 "Angedacht": Erinnerungen.

Pfarrer Alexander Ebel, Speyer, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 und ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Freitag, 25. Februar 2011:

Das Fotoalbum ist 37 Jahre alt. Einige Fotos rutschen heraus, als ich es hervorziehe – die Fotoecken haben sich gelöst. Die Bildqualität ist bescheiden, das Format ziemlich klein, und die Farben haben sich verändert.

Aber doch, da ist sie, die Taufgesellschaft von damals, Eltern, Großeltern, Paten, Freunde und Verwandte, der Pfarrer mit dabei – und mittendrin ich selbst, ein kleiner Wurm, im weißen Taufkleid, mal bei Mama, mal bei der Patentante auf dem Arm. Schöne Erinnerungen sind das.

Was verbinden Sie mit Ihrer Taufe? Haben Sie sich jemals erkundigt nach Ihrem Tauftag, und wie er anderen in Erinnerung geblieben ist? Ist Ihnen Ihr Taufspruch vielleicht zu einem lebenslangen Rückhalt geworden?

Für den Reformator Martin Luther war das ganze Leben eines Christen „nichts anderes als der Weg und die Rückkehr zur Taufe“. Dahinter steht der Gedanke, dass wir täglich unsere eigentliche Bestimmung verfehlen. Wir schaffen es nicht, so zu leben, wie es gottgemäß wäre. Darum sollen wir immer wieder zu Kraft und Glaube der Taufe zurückkehren.

Was Gott uns in der Taufe verhießen hat, das bleibt ewig gültig. Er wird uns stets mit offenen Armen empfangen. Ich kann täglich einen neuen Anfang machen, weil Gott mich schon längst als sein Kind angenommen hat. Daran erinnern mich die alten Photos.

Also, denken Sie dran: Sie sind getauft.Ach, sind Sie nicht? Na, was nicht ist, kann ja noch werden.

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RPR1 "Angedacht": Lernziel Toleranz.

Pfarrer Dirk Alpermann, Guntersblum, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Mittwoch, 23. Februar 2011:

Es ist der 23. Februar 303: Der römische Kaiser Diokletian gibt den Befehl, alle Christen im Römischen Reich zu verfolgen. Tausende Christen werden daraufhin verhaftet, gefoltert und ermordet.

Die Gründe dafür: Das Römische Weltreich duldet keine Religion, die einen anderen Gott verehrt als den römischen Kaiser. Hinzu kommt, dass die Christen an einen Gekreuzigten glauben, in den Augen der Römer also an einen Verbrecher.

Erst acht Jahre später, im Jahr 311, ist Schluss mit dem Abschlachten und Töten. Schwer erkrankt lässt der römische Kaiser die Verfolgung der Christen einstellen.

Das ist jetzt genau 2000 Jahre her. Das Problem ist geblieben: Überall auf der Welt werden Menschen wegen ihres Glaubens benachteiligt, verfolgt, getötet.

Trotz universaler Menschenrechte, trotz weltweiter Kommunikation im Internet ist Toleranz in vielen Kulturen bis heute ein Fremdwort. Überall, wo es um Hingabe geht und um Überzeugungen, ist sehr schnell Schluss mit der Toleranz.

Dass es auch anders geht, haben die vergangenen Wochen gezeigt. In Kairo haben Christen und Muslime demonstriert. Nicht gegeneinander, sondern miteinander sind sie für Demokratie und Menschenrechte in ihrem Land auf die Straße gegangen.

Einen ersten Teilerfolg haben sie bereits errungen: Staatspräsident Mubarak ist zurückgetreten. Vielleicht ist das nur ein vorübergehender Erfolg. Aber vielleicht wird auch mehr daraus. Ich jedenfalls hoffe es.

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Rockland Radio 'Feels like heaven': Nur Mut!

Pfarrer Alexander Ebel, Speyer, spricht ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Mittwoch, 23. Februar 2011:

Der schlimmste Feind von neuen Ideen ist Angst. Angst davor, sich auf unsicheres Terrain zu begeben, oder Angst, abgelehnt zu werden. Verpackt ist sie in Sätzen wie: „Das haben wir noch nie so gemacht!“ „Da könnte ja jeder kommen!“ „Dafür ist es jetzt zu spät!“

Ein solcher „Geist der Furcht“ hatte sich auch vor fast 2000 Jahren in Ephesus breitgemacht. Zukunftsfragen haben die Christen dort in Beschlag genommen: Wer soll wofür zuständig sein? Wer setzt welche Schwerpunkte? Wie soll die Gemeinde künftig geleitet werden?

Ganz ähnlich ist es heute: Die Kirche fragt sich: Sind wir auf dem richtigen Weg – in eine Zukunft, in der wir weniger Geld einnehmen und weniger Mitglieder haben werden?

Der Apostel Paulus erinnert seine Gemeinde an das, was uns geschenkt ist: Gottes Geist – und mit ihm Kraft, Liebe und Besonnenheit. Wenn wir Gott immer noch etwas mehr zutrauen, dann kann uns die Angst nicht lähmen. Dann verwandeln wir die Angst in neuen Mut und in neue Glaubenssätze.

“Lasst es uns doch mal anders machen!” “Gemeinsam sind wir stark!” Und “es ist nie zu spät!”

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RPR1 "Angedacht": 1,2,3...

Pfarrer Dirk Alpermann, Guntersblum, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Dienstag, 22. Februar 2011:

Die Tage bis zum Urlaubsbeginn, die letzten Euros am Monatsende. die Jahre seit unserer Geburt. Wir zählen alles. Und wo wir das nicht selbst tun, übernehmen Instrumente diese Aufgabe für uns: die Zapfsäule zählt das Benzin im Tank, das Navi die Kilometer bis zum Ziel, die Stoppuhr die genaue Zeit beim 100-Meter-Lauf.

Zählen schafft einen Rhythmus im Leben und hilft den Alltag zu ordnen. Wer zählt, der fühlt sich geborgen, denn Zählen schafft ein Gefühl der Sicherheit.

Das geht aber nur dann, wenn ich Anfang und Ende kenne. Es könnte ja auch sein, dass nach jeder Zahl eine noch größere kommt. Wie viele Zahlen es in der Theorie gibt, kann niemand mit Gewissheit sagen.

Praktisch sieht das anders aus: Benzin, Geld und Urlaubstage sind begrenzt und jeder neue Tag ist ein Tag weniger in der Gesamtzeit meines Lebens.

Traurig? Nein, eher ermutigend. „Tausend Jahre sind vor Gott wie der Tag, der gestern vergangen ist“ heißt es in der Bibel. Für mich heißt das: Mit jedem neuen Tag schenkt Gott uns unzählbar viele Möglichkeiten, ihn zu gestalten.

Das ist auch heute so. Wie wär`s? Das ist ihre Chance!

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Rockland Radio 'Feels like heaven': Die Unbezahlbaren.

Pfarrer Alexander Ebel, Speyer, spricht ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Dienstag, 22. Februar 2011:

Gestern wurde in Berlin das Europäische Jahr der Freiwilligentätigkeit eröffnet. Es geht darum, die Aufmerksamkeit für Menschen zu stärken, die sich freiwillig und ehrenamtlich in der Gesellschaft engagieren.

Bezogen auf den kirchlichen Bereich, wird es in Zukunft eine der zentralen Aufgabe der Pfarrer sein, das Ehrenamt zu pflegen und zu fördern.

Dabei müssen sich die künftigen „Freiwilligenmanager“, egal wo, auf neue Strukturen einstellen: Früher haben sich die Menschen oft langfristig in einem Bereich engagiert. Sie sind ihrem Verein, ihrer Partei, Gewerkschaft oder ihrer Kirche über Jahre treu geblieben. Heute dagegen sind viele Menschen oft nur noch bereit, sich für ein inhaltlich und zeitlich begrenztes Projekt einzusetzen.

Aber eines haben die meisten Ehrenamtlichen gemeinsam: sie begreifen ihr Engagement als Chance zur eigenen Persönlichkeitsentwicklung. Mit ihrem Engagement wollen sie nicht nur „geben“, sondern auch etwas „haben“, etwas „zurückbekommen“.

Sie wünschen sich Bestätigung und Anerkennung, auch die Möglichkeit, sich persönlich fort- und weiterzubilden. Sie wollen ihre Interessen einbringen, Kompetenzen entwickeln und selbstständig Verantwortung übernehmen.

Für die Arbeitgeber der Ehrenamtlichen bedeutet das nicht selten Kosten und Mühe. Aber wenn wir als Kirche mündige und engagierte Christen haben möchten, sollte uns das diese Anstrengung wert sein. Ehrenamtliche „machen eben Arbeit“ – im doppelten Sinn.

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