RPR1 'Angedacht': Ohne Arme - und so soll Christus helfen?

Pfarrerin Dr. Sigrun Welke-Holtmann spricht “Angedacht” bei RPR1 am Donnerstag, 22. Mai 2008:

Der Raum neben der Leichenhalle ist spärlich möbliert, wenn man es überhaupt so nennen möchte. Ein Tisch, ein Stuhl, ein Waschbecken mit einem Spiegel, eine alte Heizung und zwei Pappkartons mit allerlei drin. An der Wand ein Kruzifix. Ein Raum, nicht zum Verweilen. Zum Umziehen eben und zur Sammlung.

Nachdem ich mich umgezogen habe, gehe ich den Ablauf der bevorstehenden Beerdigung ein letztes Mal durch, und mein Blick fällt auf das Kreuz an der Wand. Ein schwarzes Holzkreuz, relativ groß mit einem perlmuttfarbenen Körper. Leidend sieht er aus und totenblass, doch das Schlimmste ist, dass ihm die rechte Hand fehlt und der linke Arm irgendwann abgebrochen ist. Notdürftig hat jemand wieder drangeflickt. „Und so soll Christus helfen?“, frage ich mich.

Mir kommt ein Bild in den Sinn, es muss lange her sein, dass ich es gesehen habe, und ich weiß auch nicht mehr, wo. Ein Foto von einem Holzkreuz. Im Zweiten Weltkrieg hat der Christus dieses Kreuzes beide Arme verloren. Doch sie wurden nicht mehr drangeklebt, sondern es wurde lediglich der Querbalken erneuert. Ein Christus am Kreuz ohne Arme. Ein befremdlicher Anblick. Eine kleine Tafel wurde an das Kreuz angebracht: „Meine Hände sind eure Hände“.

So kann Christus helfen.

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Rockland Radio 'Feels Like Heaven': Zum Lachen

Dekan Christian Rust, Rockenhausen, spricht ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Donnerstag, 22. Mai 2008:

Ich habe kürzlich wieder erfahren: Lachen tut gut.
Wir haben gespielt. Meine jüngste Tochter steckt auch eine Niederlage mal gut weg. Diesmal aber war das Glück auf ihrer Seite: Papa und Sohn haben verloren. Und sie konnte sich nicht mehr halten vor Lachen.

Nicht dass Sie jetzt meinen, ich sei ein humorloser Zeitgenosse. Auch bei uns hat sich herumgesprochen, dass Lachen gesund ist. Aber abgesehen davon ist mir doch ein ganz ernster Gedanke gekommen: Ich weiß, dass es viele Mitmenschen gibt, die nichts zu lachen haben.

Ein Dr. Madan Kataria war es, der den ersten Lachclub gründete, Mitte der Neunziger in Bombay. Nach meiner Vorstellung müssten Menschen eigentlich von selbst in Situationen kommen, in denen sie herzhaft lachen können: Wenn es ihnen gut geht, dann haben sie Grund genug zu lachen. Dann brauchen wir es nicht anzumahnen und niemanden daran zu erinnern. Wir müssen mithelfen, damit Menschen Grund haben zu lachen.

In einem Psalm heißt es: Wenn der Herr die Gefangenen aus Zion erlösen wird, werden wir sein wie die Träumenden. Dann wird unser Mund voll Lachens und unsere Zunge voll Rühmens sein.

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