RPR1 'Angedacht': Phantom Paulus

Pfarrerin Dr. Sigrun Welke-Holtmann spricht “Angedacht” bei RPR1 am Samstag, 24. Mai 2008:

„So sah Paulus aus – Polizei erstellt Phantombild des Apostels“ so titelte letzte Woche meine Tageszeitung auf der ersten Seite. Das Landeskriminalamt Düsseldorf hat „auf der Grundlage von historischen Zeichnungen, Texten und Bildern“ ein Phantombild des Apostels Paulus erstellt.

Schön sieht er nicht gerade aus. Ein hageres, schmales Gesicht, große Nase, braune, eindringliche Augen, ein grauer Vollbart um das spitze Kinn, und Geheimratsecken, die sich fast schon treffen. Kurze Haare. Wieso eigentlich kurze Haare, frage ich mich. Woher wissen die das? Steht das irgendwo, und ist das überhaupt wichtig?

Ich bin erstaunt, dass dieser Paulus es immerhin nach 1950 Jahren immer noch schafft, auf die Titelseite einer Tageszeitung zu kommen, wenn auch nur auf das untere Drittel. Ich bin fast schon ein wenig verwundert, dass sich ein Expertenteam mit seiner Gesichtsrekonstruktion beschäftigt, obwohl er laut Text aktuell „nicht zur Fahndung ausgeschrieben“ ist.

Und doch – je länger ich dieses Bild aus dem Computer betrachte, desto mehr komme ich zu der Überzeugung: Ich bekomme ein viel aussagekräftigeres Bild von Paulus … wenn ich seine Briefe lese.

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Rockland Radio 'Feels Like Heaven': Tafel

Dekan Christian Rust, Rockenhausen, spricht ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Samstag, 24. Mai 2008:

Seit kurzem gibt es in unserer Stadt auch eine Tafel. Als die ins Leben gerufen wurde, war ich überwältigt von der Menge ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer.

Noch üppiger ist das Angebot an überschüssigen Lebensmitteln, die vom Tisch der Gesellschaft fallen. Es wird viel ausgegeben, es bleibt immer noch ganz viel übrig. Unser tägliches Brot füllt Säcke.

Es tut schon gut, Menschen zu helfen. Aber ich sehe die Geschichte auch kritisch. Menschen müssen sich melden und ihre Bedürftigkeit nachweisen. Zu wenig Rente. Zu wenig Arbeitslosengeld. Dann bekommen sie einen Berechtigungsschein. Damit können sie bei der Tafel einkaufen, ein Euro Selbstbeteiligung. Der Euro tut nicht weh. Er mag das Gefühl vermitteln, man ginge einkaufen. Auch wer wenig hat, soll tafeln können. Es soll nicht nach Armenspeisung aussehen.

Mein nachdenklicher Beitrag zum Tischgespräch an der Tafel: Muss nicht unsere Hilfe für Bedürftige grundlegender ansetzen? Haben wir da nicht ordentlich politische Hausaufgaben zu machen?

Bis wir darin Erfolg haben: Helfen Sie mit!
Ich wünsche Ihnen einen gedeckten Tisch!

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