RPR1 'Angedacht': Begeistert für den Fußball. Auch für den Glauben?

Pfarrer Alexander Ebel, Speyer, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Sonntag, 29. Juni 2008:

Endlich Endspiel! Diesen Stoßseufzer teilen heute wirklich einmal alle im RPR1-Land: Entweder sind Sie schon ganz heiß drauf, dass das Spiel zwischen Deutschland und Spanien angepfiffen wird – oder aber Sie hat das ganze Brimborium der vergangenen Wochen mit flatternden Fähnchen et cetera nur genervt oder gelangweilt und Sie sind froh, wenn endlich der EM-Abpfiff ertönt.

Ich persönlich bewege mich irgendwo in der Mitte: Ich verfolge die Spiele vor allem der deutschen Mannschaft, freue mich auch, wenn sie gewinnt, nehme es aber gelassen, wenn ihr etwas nicht gelingt und amüsiere mich darüber, wie bierhoff, tschuldigung, bierernst das manche nehmen. Und das Fähnchen hab’ ich mir auch gespart – eines mit dem ganzen Globus drauf wäre vielleicht eine Idee gewesen.

Auch in vielen Gottesdiensten dürfte heute Fußball Thema sein. Das bietet sich geradezu an angesichts der vergleichbaren Rituale: Hier Stadionhymnen, da Kirchenlieder; hier Sprechchöre, da Gebete; hier Trikots, da liturgische Gewänder – alles gar nicht so weit voneinander weg.

Schließlich die Begeisterung. Wie ein Team zusammenwächst, wie Fans mitgehen, mitfiebern und hoffen, ihre Mannschaft voll Inbrunst unterstützen: So kann auch Gemeinschaft im Glauben aussehen – und tut es auch oft. Nur meistens nicht ganz so laut. Aber eben begeistert von der Sache, fair im Umgang miteinander, gemeinsam feiernd trotz aller Unterschiede.

Ob Fußballfan oder EM-genervt: Zeigen wir ruhig öfter, dass unser Gott ein freundlicher Gott ist, ein Gott des Lebens und der Liebe.

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Rockland Radio 'Feels Like Heaven': Endspiel - Ein Tor verändert ein Leben

Pfarrer Gregor Ziorkewicz, Mainz, spricht ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Sonntag, 29. Juni 2008:

Heute ist Endspiel. Endspiel bei der Fußball-EM 2008. Ich freue mich, wenn die bessere Mannschaft gewinnt – wenn es sportlich zugeht – im Leben wie im Spiel. Da kann ein ge-schossenes Tor ein ganzes Leben verändern von Grund auf.

Ein Junge, siebzehn Jahre alt, noch nicht ganz trocken hin-ter den jungen Fußballohren, umdribbelt flink, geschickt, gewitzt die gegnerische Mannschaft, so dass nicht nur die-ser Hören und Sehen vergeht. Ein ganzes Stadion hält die Luft an, als der Ball dem gegnerischen Tor immer näher kommt. Ein letzter Mann umspielt – ein genau abgezirkelter Schuss des Jungen – Tor! Wie aus einem Mund schreit nun das ganze Stadion auf – unfassbar – alle schauen auf den Jungen – was für eine Vorstellung.

Der Vater war Straßenverkäufer, die Mutter Wäscherin, sie bringen die Familie mehr schlecht als recht durch. Doch ei-ne Leidenschaft verbindet die Familie: Fußball! Keine freie Minute, ohne dass der Junge wahre Kunststücke mit seinem Ball vollführt. Ein kurzer, schneller Weg aus den armen Verhältnissen in das Endspielstadion von Stockholm, heute vor 50 Jahren – zur Fußballweltmeisterschaft 1958, als der Junge für Brasilien den Weltmeistertitel herbeischoss. Er hieß Pele.

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