RPR1 'Angedacht': Amtsdeutsch
Pfarrer Guido Hepke, Trier, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Samstag, 5. Juli 2008:
„Ausfuhrbestimmungen sind Erklärungen zu Erklärungen, mit denen man eine Erklärung erklärt.“ Diese Erklärung habe ich neulich entdeckt. Sie stammt aus dem Wirtschaftsministerium.
Die Hitliste der Absurditäten bundesdeutscher Amtssprache ist noch steigerungsfähig. In einem Merkblatt der Deutschen Bundespost heißt es doch allen Ernstes: „Der Wertsack ist ein Beutel, der nicht Wertbeutel, sondern Wertsack genannt wird,... weil sein Inhalt aus Wertbeuteln besteht, die in den Wertsack nicht verbeutelt, sondern versackt werden.“
Ich finde: Es ist schon absurd, wohin Amtssprache führt. Aber wenn man versucht, alles, aber auch wirklich alles, über klitzekleinste Regelungen zu ordnen, dann bleibt einem gar nichts anderes übrig: Dann muss man solch einen Unsinn produzieren.
Nur erreicht man trotzdem nicht das, was man erreichen will:
Je mehr Regeln und Verordnungen ich produziere, desto mehr Lücken und Ausnahmen ermögliche ich. Ob ich das will oder nicht. Es ist so. Eigentlich in allen Lebensbereichen.
Jesus ist der Regelungswut seiner Zeitgenossen entgegengetreten. Konsequent. Mit dem schlichten Hinweis auf den gesunden Menschenverstand. „Behandelt die Menschen so, wie ihr selbst von ihnen behandelt werden wollt.“ (Mt. 7,12)
Das ist kein Amtsdeutsch, beileibe nicht. Sondern die Goldene Regel für ein gutes Miteinander.
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Rockland Radio 'Feels Like Heaven': Auf gute Nachbarschaft!
Pfarrer Gregor Ziorkewicz, Mainz, spricht ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Samstag, 5. Juli 2008:
Kennen Sie noch die unselige Geschichte vom „Maschendrahtzaun“? Dieser schlagergewordene Streit zwischen Nachbarn in Sachsen? Ganze Fernsehsendungen befassen sich mit dem oft aberwitzigen Krieg am Gartenzaun. Gerichte, Anwälte und Detektive werden bemüht, damit dem Nachbarn endlich das laute, unrechtmäßige Handwerk gelegt werden kann. Schmutzigste Wäsche wird dabei auf oft niedrigstem Niveau gewaschen. Und das, obwohl es oft nur nur um falsch gesetzte Hecken, zu hohe Mauern und zu laute Gartenarbeit geht.
Dabei ist eine gute Nachbarschaft ein wahrer Segen. Ein Gespräch über den Gartenzaun, kurz mal die Leiter ausgeliehen, schon ist die Dachrinne wieder sauber. Schnell nach einem Ei gefragt – und der Kuchen kann doch noch fertig werden….
Doch es muss nicht immer die konkrete Unterstützung sein. Ein netter Gruß, ein kurzes Lächeln, und das Nebeneinanderwohnen ist eine Wohltat, trägt dazu bei, sich zuhause zu fühlen.
Das war wohl auch schon immer so. Von der Bedeutung guter Nachbarschaft weiß denn auch die Bibel in klaren Worten zu berichten: „Besser ein Nachbar in der Nähe als ein Bruder in der Ferne.“ Sprüche 27, 10. Das nenne ich auf den Punkt gebracht. Also: Auf gute Nachbarschaft!
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