RPR1 'Angedacht': Kannst du mir bitte mal helfen?

Pfarrer Hans Hutzel, Ludwigshafen-Oggersheim, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Dienstag, 26. August 2008:

„Kannst Du mir bitte mal helfen…“, fragt Martin in der Elektrikerklasse seinen Banknachbar Rene … und bekommt von dem gleich mal eine Abfuhr.

Seit einigen Jahren schon fällt auf, dass die Solidarität und der Wille, einander zu helfen, von Schuljahr zu Schuljahr abnehmen. Jeder denkt in erster Linie nur an sich, an seine Noten, an sein Weiterkommen. „Immer höher, immer weiter, immer härter…“ scheint eben das Motto auch des schulischen Überlebenskampfes zu sein.

Und schon wird kritisch formuliert: Hat die Schule aufgehört, im Zeitalter knapper Ausbildungs- und Studienplätze, ein Übungsfeld für soziales Verhalten zu sein? Meine eindeutige Antwort: NEIN. Denn es gibt sie noch, jene Schülerinnen und Schüler, die auch ohne Nachhilfelohn engagiert sind. Weil sie es kapiert haben, dass dieses: „Kannst Du mir bitte mal helfen…“ die Bitte des Schwächeren an den Stärkeren ist, und dass ihnen diese Bitte immer und überall begegnen wird: Denn es wird immer so sein, dass der Schwächere auf den Stärkeren, der Unbegabtere auf den Begabteren, der Ängstliche auf den angewiesen sein wird, der ihm über die Angst hinweg hilft.

Und dafür wird es keine Noten geben, die einen in der Karriere weiterbringen, im Gegenteil: eigene wertvolle Zeit geht verloren. Und dennoch meine ich, dass gerade das menschliche Größe ausmacht: Wenn einer bereit ist, seine Zeit zur Verfügung zu stellen für den, der ihn braucht.

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Rockland Radio 'Feels Like Heaven': Gottes Bau

Pfarrerin Carmen Deßloch, Kaiserslautern, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Dienstag, 26. August 2008:

Seit vier Jahren lebe ich jetzt in einem Umbau, und irgend wie habe ich bis jetzt nicht das Gefühl, je fertig zu werden.
So einen Altbau auf den neuesten Stand zu bringen erfordert eben doch mehr an Geduld, an Zeit und an Nerven, als ich mir das am Anfang vorstellen konnte.

Vielen neuen Altbaubesitzern geht es ähnlich. Nicht nur, dass das Häuschen wohl eher noch der Bank gehört als ihnen,
es bindet eine ganze Menge an Arbeitskraft.

Und trotzdem birgt das Ganze eine Faszination, der ich mich nicht entziehen kann. Obwohl es in den letzten vier Jahren mehr als einmal den Punkt gab, wo ich am liebsten alles hingeworfen hätte, bleibe ich dabei. Ich lasse mich anspornen, durch das, was ich mit meinen eigenen Händen schon erreicht habe. Ich bin stolz auf meiner Hände Arbeit, auf die Gestalt, auf die Form, die mein Haus so langsam annimmt.

So ein eigener Um-Bau lässt mich erahnen, wie viel Gott in mich setzt, denn ich bin sein Bau.

(vgl. 1. Korinther 3,9)

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