RPR1 'Angedacht': Den Laufpass geben

Pfarrer Hans Hutzel, Ludwigshafen-Oggersheim, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Mittwoch, 27. August 2008:

Richtig selbstbewusst teilt Nicole aus der Friseurklasse nach der Pause ihren Mitschülerinnen mit: „So, Mädels, geschafft – ich habe Kevin gerade eben den Laufpass gegeben!“ Und fügt hinzu: „Schluss, aus, vorbei! Soll er sich sein Gesülze von ‘große Liebe’ sonst wohin stecken. Ich kann Euch sagen: Der hat vielleicht dumm geguckt. Aber der letzte Ausrutscher mit Jessica war einfach einer zu viel.”

Dieses Ereignis war wiederum für die folgende Religionsstunde „zu viel“ – zu neugierig sind die Mädels auf Einzelheiten, und so versuche ich zu retten, was noch zu retten ist und diskutiere mit ihnen über die Formulierung:
„… jemandem den Laufpass geben!“

Fest steht, dass der Begriff heute nichts Gutes verspricht. Keiner will einen solchen „Laufpass“ bekommen. Aber das war mal ganz anders: Denn ursprünglich bedeutete dieser Begriff etwas Positives. Im 18. Jahrhundert war der „Laufpass“ heiß begehrt. Er war der schriftliche Ausweis für Angehörige der Armeen, die sich auf Zeit beurlauben ließen oder ganz aus dem Dienst entlassen wurden. So konnten die Männer nachweisen, dass sie nicht einfach „abgehauen“ sind. So verwundert es nicht, dass „Laufpässe“ damals zu den am häufigsten gefälschten Papieren zählten.

Irgendwann wurde auf das Ausstellen solcher Laufpässe verzichtet … umso interessanter, dass sich die Redewendung bis heute – allerdings mit so negativer Bedeutung – gehalten hat.

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Rockland Radio 'Feels Like Heaven': Weinseligkeit

Pfarrerin Carmen Deßloch, Kaiserslautern, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Mittwoch, 27. August 2008:

Voller guter und nützlicher Ratschläge ist die Bibel,
wenn es um das Thema Wein geht. So soll man keinen neuen Wein in alte Schläuche füllen, so wird niemand, der vom alten Wein getrunken hat, neuen wollen, und betrübten Seelen soll man Wein geben.

Auch Paulus Gesundheitsratschlag an Timotheus … „Trinke nicht länger nur Wasser, sondern gebrauche ein wenig Wein um deines Magens und deines häufigen Unwohlseins willen!” ... muss einem Winzer bis heute wie ein guter edler Tropfen den Gaumen erfreuen und als Werbung willkommen sein.

Selbst für Jesus darf auf keinem Fest der Wein fehlen. Daher berichtet auch Johannes, wie Jesus selbst Wasser in Wein verwandelt, als dieser bei einer Hochzeit auszugehen droht.

Sogar bei der erotischen Liebe im Hohelied darf der Vergleich mit dem Wein nicht fehlen. „Deine Brüste sollen mir wie Trauben des Weinstocks sein …und dein Gaumen wie vom würzigen Wein, der einem Liebhaber süß eingeht.”

Die Bibel an dieser Stelle: ein Buch der Weinseligkeit.

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