Rockland Radio 'Feels Like Heaven': Bahnsinn
Pfarrer Sascha Müller, Kaiserslautern, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Sonntag, 7. September 2008:
Eigentlich wäre heute für alle Bahnfahrer ein Grund zum Feiern, denn heute genau vor 49 Jahren wurde die Reichsbahn zur Deutschen Bundesbahn.
Vielen Bahnfahrern ist die Freude am Feiern aber vergangen.
Was die Festtagslaune verhagelt, sind Preiserhöhungen bei gleichzeitigen Milliardengewinnen und Sonderzuschläge, wenn man Fahrkarten am Schalter kauft.
Dabei geht die Bahn nur konsequent marktwirtschaftlich vor: Gewinne einstreichen auf Teufel komm raus, Kosten und damit Personal abbauen, wo immer es möglich ist. Die Leidtragenden sind die Kunden, gerade die Älteren. Sie müssen nicht nur tiefer in die Taschen greifen, sondern sich auch mit Automaten und Geräten auseinandersetzen, die wirklich nicht einfach zu verstehen sind.
Ich wünsche den Verantwortlichen der Bahn gerade im Blick auf ihren 50. Geburtstag im nächsten Jahr, dass sie sich noch einmal neu besinnen: nämlich darauf, dass nicht nur Rendite etwas zählt, sondern die Bahn auch das Wohl der Menschen im Blick hat, die sie befördert.
Wenn sie das tut, dann werde ich nächstes Jahr gerne mitfeiern beim großen Jubiläum.
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RPR1 'Angedacht': Wichtiger Tag der jüdischen Kultur
Pfarrer Wolfgang Schumacher, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Sonntag, 7. September 2008:
Tag der Milch, des deutschen Bieres, des deutschen Butterbrotes, Kopfschmerztag – die Flut von Gedenktagen lässt einen manchmal zweifeln am Sinn solcher wiederkehrender Termine. Außer den Initiatoren kann meist sowieso niemand etwas mit dem Tag anfangen. Einzelne Tage gibt es freilich, die nicht nur Einzelnen oder kleinen Gruppen für ihre jeweiligen Interessen dienlich sind. Dennoch drohen sie in der Gedenktagsmasse unterzugehen.
Ein solcher Tag ist der heutige Sonntag, der Europäische Tag der jüdischen Kultur. Zum sechsten Mal wird er auch in Rheinland-Pfalz begangen. Die Liste der Angebote ist allerdings kurz. Für die Pfalz sind darin nur sechs Orte festgehalten – Dahn/Busenberg, Frankenthal, Ludwigshafen, Speyer, Weisenheim am Berg und Winnweiler – und es scheint sich eher der Initiative Einzelner zu verdanken, dass es hier überhaupt zu Vorträgen oder Führungen kommt.
Dabei kann unsere Region auf eine große jüdische Geschichte blicken. Gerade von den Kirchen könnte hier ein Impuls ausgehen. Sie könnten stärker und einer größeren Zahl von Menschen ins Bewusstsein rufen: Unsere Kultur ist ohne die jüdische undenkbar.
Der europäische Tag der jüdischen Kultur bietet die Chance, über Europa nicht nur als Wirtschaftsraum, sondern auch als geistig-kulturellen Raum zu reden.
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