RPR1 'Angedacht': Kindertheologie - Wird Gott nass, wenn es regnet?

Pfarrer Alexander Ebel, Speyer, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 und ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Sonntag, 21. September 2008: Wird Gott nass, wenn es regnet? Eine überraschende Frage. Eine Frage, die mich schmunzeln lässt. Eine Frage, die nur ein Kind stellen kann.

Wird Gott nass, wenn es regnet? Der amerikanische Kinderpsychologe Robert Coles hat mit Kindern aller Kulturen und Religionen Gespräche geführt und aufgezeichnet. Und das fragt ihn die neunjährige Betsy: “Glauben Sie, dass Gott nass wird, wenn es regnet?” Darauf Coles: “Ich weiß wirklich nicht, wie die Antwort lautet. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Was meinst du denn?” Betsy ist überzeugt davon, dass Gott oft nass wird. “Gott ist bei uns, so wie er bei Jesus war, und deshalb weiß er, ob es regnet oder nicht. Er muss den Regen ja spüren, weil er sonst nicht allwissend wäre, aber das ist er doch.”

Wie oft machen wir Erwachsene uns eigentlich so tiefe Gedanken darüber, was es konkret bedeutet, dass Gott bei uns ist? Übergehen wir so eine Frage normalerweise nicht viel zu schnell? Kinder machen sich ihre eigenen Gedanken über Gott und die Welt. Ab und zu staunen wir über ihre Äußerungen.

Kinder reden von Gott, wie Jesus wollte, dass wir von ihm reden. Nicht mit übertriebenem Respekt, nicht angstbeladen, sondern wie von einem liebenden Vater, einem guten Freund, der auch mal nass wird, auch mal schwitzt, der sich ärgert, der sich freut – und der uns immer zur Seite steht.

Deshalb Jesu Aufforderung: Werdet wie die Kinder. Wär‘ doch einen Versuch wert, gerade heute, am Tag Eins nach dem Weltkindertag. Und morgen wieder. Und übermorgen…

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