RPR1 'Angedacht': Wein - Gebrauch und Missbrauch

Pfarrer Wolfgang Schumacher, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 und “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Donnerstag, 9. Oktober 2008:

Herbstzeit, Erntezeit, Festzeit. In Neustadt wird diese Woche das Deutsche Weinlesefest gefeiert. Das große Erntedankfest der Winzer. Die meisten Trauben sind gelesen und der neue Wein gärt in den Kellern.

Auch für Christen ein Anlass zum Feiern. Denn der Wein ist ganz eng mit unserer christlichen Lebenskultur verbunden. In einem Psalm wird Gott für die Gabe des Weins gepriesen, der „des Menschen Herz erfreut“. (Ps 104, 15).

Über zweihundert Gleichnisse in der Bibel betreffen den Wein. Allerdings nicht nur seinen vernünftigen Gebrauch, sondern auch seinen Missbrauch. Von beidem wird im Buch Jesus Sirach berichtet:

“Der Wein erquickt den Menschen das Leben, wenn man ihn mäßig trinkt. Und was ist das Leben ohne Wein? Der Wein ist geschaffen, damit er die Menschen fröhlich machen soll. Der Wein, mäßig getrunken, erfreut Leib und Seele.

Aber wenn man zuviel trinkt, bringt er Herzeleid, da man sich reizt und miteinander streitet. Die Trunkenheit macht einen tollen Narren noch toller, dass er trotzt und pocht, bis er wohl geschlagen und verwundet wird.

Beschimpf deinen Nächsten nicht beim Wein und schmähe ihn nicht in seiner Freude. Beschimpf ihn nicht und dränge ihn nicht, zu bezahlen, was er dir schuldig ist.” (Jesus Sirach 31,32- 40)

Was lernen wir also aus den biblischen Erfahrungen? In Maßen genossen, erfrischt und belebt der Wein den Menschen. Aber wer ihn im Übermaß zu sich nimmt, bereut das später bitter. Denken Sie daran, nicht nur diese Woche beim Weinlesefest.

Sie können diesen Beitrag als MP3 herunterladen (1:36min / 3 MB) oder mit einem Klick auf das Play-Zeichen den Flash Player starten, um den Beitrag online zu hören.