RPR1 'Angedacht': Liebesbrief an den Bäcker
Pfarrer Fritz Penserot, Burg an der Mosel, spricht “Angedacht” bei RPR1 und “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Donnerstag, 23. Oktober 2008:
Es gibt Menschen, die ungeheuer wichtig für einen sind, ohne dass man sich dessen bewusst ist. Menschen, denen man eigentlich einmal danken müsste, mit einem Brief, einer Art Liebesbrief.
So einer ist… mein Bäcker. Samstags steht er auf dem Markt. Schon früh morgens. Den ganzen Sommer stand er da, bei Hitze und bei Sonnenschein. Und jetzt, wo Kälte und Regen kommen, auch.
Sein Stand duftet immer nach frischem Brot. Herrlich! Nach gutem, nach altem Rezept gebackenem Bauernbrot: Sauerteigbrot. Roggenbrot. Große Laibe mit kräftiger Kruste. Handgeformt und mit Liebe gebacken.
Bei ihm merkt man, dass Backen ein Handwerk ist. Nicht einfach Tütenbäckerei, sondern Erfahrung und Hingabe, Verwurzelung in der Natur. Man spürt den Kreislauf des Lebens, den Acker, die Frucht und die Ernte.
Hin und wieder kommt er in die Kirche. Es ist ihm ernst: Christi Leib im Abendmahl, das ist Brot, das wir miteinander teilen, das ist lebensspendend, das ist heilig.
Ihm wollte ich schon lange mal danken, dass er nicht dem modernen Trend nachgelaufen ist: immer schneller, immer mehr, immer billiger, sondern dass er sein Brot liebt und nach uraltem Rezept bäckt. Kein Pfusch, keine Billigware. Wo gibt es das noch?
Sensibel werden für die Liebe – merken, worauf es ankommt. In dieser Woche möchte ich Liebesbriefe schreiben. Nicht nur an die Liebste, an viele andere Menschen auch.
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