RPR1 'Angedacht': Liebesbrief an mich selber

Pfarrer Fritz Penserot, Burg an der Mosel, spricht “Angedacht” bei RPR1 und “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Samstag, 25. Oktober 2008:

Ich habe in dieser Woche Liebesbriefe geschrieben: Meiner Partnerin, meiner Mutter, dem Bäcker…, und ich hab einen gekriegt vom Lieben Gott, aber…einer, dem ich noch nie einen Liebesbrief geschrieben habe, bin ich selber.

Dabei ist es so wichtig, sich selber zu mögen! Denn wer sich selber mag, der mag auch andere. Die Fröhlichkeit und das Glück solcher Menschen, die mit sich selber im Reinen sind, können ansteckend sein! Ich meine jetzt nicht, dass so einer vor Eigenlob stinken muss, er muss sich nur mögen. Das genügt, und das tut gut.

Die Bibel hat dafür einen Spruch geprägt, den eigentlich jeder kennt: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Das überrascht Sie, was? Dass die Bibel durchaus meint, dass man sich selber lieben soll. Und dass die Selbstliebe sozusagen die Voraussetzung für die Nächstenliebe ist. Denn: Wer am eigenen Leib spürt, wie schön und wertvoll das Leben ist oder sein kann, der wird auch für andere eintreten. Für das Leben, für die Liebe und für die gegenseitige Achtung.

Liebesbriefe – merken, worauf es ankommt. Ich bin dankbar dafür, dass es mich gibt. Ich bin voller Freude über das Leben, genieße es, manchmal in vollen Zügen. Finde es herrlich, dass ich gesund bin, dass ich einen Beruf habe, eine liebevolle Partnerin. Ich weiß, dass ich für das meiste nichts kann, es wurde mir geschenkt, einfach so.

Wenn ich also an mich selbst einen Liebesbrief schreibe, dann gehört auch ein zweiter Brief dazu: ein Dankschreiben an den lieben Gott.

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