Bischöfin Margot Käßmann liest zum Abschluss des Eifel-Literaturfestivals
„Wurzeln, die uns Flügel schenken“, „Was mich bewegt“, „Mehr als fromme Wünsche“ oder „Mit Herz, Mund und Händen“ – allesamt Bücher einer Frau, die hauptberuflich eigentlich gar keine Autorin ist, sondern Bischöfin: Margot Käßmann. Seit 9 Jahren ist sie im Amt als Bischöfin der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover – und gilt als prominenteste Protestantin. Sie bildete den Abschluss des Eifel-Literatur-Festivals, das am Freitag in Prüm zu Ende ging. „Spiritualität im Alltag leben“ war ihr Thema im dortigen Kongresszentrum. Unser Reporter Markus Ludwig war für den Evangelischen Rundfunkdienst in Prüm dabei und wollte von der Bischöfin und Autorin wissen, was Spiritualität eigentlich bedeutet.
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RPR1 'Angedacht': Wer will schon gerne Wurm sein?
Pfarrerin Julia Neuschwander, Landau, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 und ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Montag, 17. November 2008:
Wer will schon gerne Wurm sein? Schon zu biblischen Zeiten hielt man den Wurm für das niedrigste aller Geschöpfe: „ Ich aber bin Wurm und kein Mensch ein Spott der Leute und verachtet vom Volke.„
Ob Wurm oder Mensch, Mensch oder Wurm, eigentlich gibt es gar keinen so großen Unterschied. Der Molekulargenetiker Ralf Baumeister dazu: „Es gibt erstaunlich viele Gemeinsamkeiten von Mensch und Wurm.“ Mehr als die Hälfte aller Gene von Mensch und Wurm sind nämlich identisch, so die neusten Ergebnisse der Bioinformatik.
50% genetischen Code, die beim Fadenwurm entschlüsselt sind, haben auch wir Menschen zu bieten. Baumeister, übrigens ein Fan des Fadenwurms, gerät über das Wurmsein des Caenorhabditis elegans buchstäblich ins Schwärmen: wie sich Millionen von ihm in einer Handvoll Erde umeinander tummeln, klein wie ein Komma, geschmeidig und elegant. Wie sie den Humus bearbeiten und so weiteres Leben ermöglichen.
Wer will schon gerne Wurm sein? Falsche Frage, denn zu 50% sind wir es sowieso schon, Wurm. Eins ist jedenfalls sicher: Er ist nützlich, der Wurm. Und als Humusbereiter und Lebensspender keineswegs zu verachten.
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