RPR1 'Angedacht': ...unser tägliches Brot gib uns heute...
Pfarrer Fritz Penserot, Burg an der Mosel, spricht “Angedacht” bei RPR1 und “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Mittwoch, 14. Januar 2009:
Haben Sie schon mal Brot gekauft im Supermarkt? Ich meine in so einem richtig großen Supermarkt? Bei meinem füllen die Brotangebote eine ganze Regalstraße und man muss genau wissen, was man sucht, damit man sich nicht da drin verliert: Vollkorn-, Roggen-, Sauerteig-Brot, Knäcke, Leinsamen, Kartoffel-Brot.
Brot ist das Sinnbild für das, was wir zum täglichen Leben brauchen. „Unser tägliches Brot gib uns heute“, heißt es im Vaterunser.
Zeiten des Hungers sind für die meisten von uns Mitteleuropäern Gottseidank vorüber und doch gibt es wieder Armut und Hunger in Deutschland. Es ist der Hunger danach, gebraucht zu werden, Arbeit zu finden, der Hunger nach Wertschätzung, nach Sinn.
Über 11 Millionen Menschen gelten hierzulande als arm – aber das Schlimmste ist, dass sich diese Menschen als wertlos empfinden. Als „die Überflüssigen“ hat man sie mal bezeichnet: man braucht sie scheinbar nicht: Ihre Arbeit, ihre Begabungen, ihre Persönlichkeit. Sie kosten nur. Deshalb gehören sie anscheinend nicht dazu.
Im Supermarkt sind die Regale voll. Woran es uns mangelt, ist die Anerkennung der Würde und Rechte der Menschen, die Pech gehabt haben.
Unser tägliches Brot gib uns heute, heißt es im Vaterunser. Vielleicht müsste es bei uns und in diesen Zeiten heißen: Unsere tägliche Arbeit gib uns heute. Und öffne uns die Augen für die, die am Rande stehen. Hilf uns, dass wir etwas für sie tun. Und dazu gib uns den Mut, die Kraft und die Hartnäckigkeit. Denn auch sie sind Geschöpfe Gottes. Amen.
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