RPR1 'Angedacht': Seine Hände in Unschuld waschen
Pfarrer Hans Hutzel, Ludwigshafen-Oggersheim, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Samstag, 14. März 2009:
Das Buch der Bücher … ist nicht Harry Potter, sondern immer noch die … Bibel.
Auch im Religionsunterricht an der Berufsschule Frankenthal kommt sie immer mal wieder zum Einsatz. Die Schüler sind nicht sofort hellauf begeistert.
„… muss denn das sein…“ kriege ich zu hören, aber dann wird’s spannend.
Mit dem Zitat: „Ich wasche meine Hände in Unschuld!“
Keiner meiner Schüler weiß, dass es sich dabei um ein biblisches Zitat handelt. Gespannt lesen sie dann aber den Hintergrund:
Nachdem Jesus von Judas verraten worden war, wird er gefangen genommen und vor den Hohen Rat geführt. Der ist sich einig: Jesus muss sterben und so übergeben die Hohenpriester den gefangenen Jesus dem römischen Statthalter in Jerusalem, Pontius Pilatus.
Am Passahfest hat das Volk die Wahl: Ein Gefangener darf freikommen – Jesus oder Barabbas, der Mörder.
Angestachelt von den Gegnern Jesu entscheidet sich die Menge für den Verbrecher Barabbas. Damit ist klar: Jesus erwartet der Tod am Kreuz.
Pontius Pilatus ist mulmig zumute. Er ahnt vielleicht, dass er da gerade einen Fehler gemacht hat und „… wäscht seine Hände vor dem Volk in Unschuld“.
Neu ist das nicht. Immer wieder begegnen wir Menschen, denen es schwer fällt, Fehler zuzugeben. Aber ich sage auch das meinen Schülern: welche Hochachtung ich vor Menschen habe, die Fehler eingestehen und die Konsequenzen tragen.
Denn nur so ist ein Neuanfang möglich.
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Rockland Radio "Feels like heaven": Von Spitzeln und Rasterfahndern
Pfarrer Sascha Müller, Kaiserslautern, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Samstag, 14. März 2009:
Finden Sie die Welt, in der wir leben, auch so toll wie ich? Ist doch einfach klasse: Die Bahn macht Rasterfahndung bei ihren Mitarbeitern, Lidl bespitzelt Kunden und Angestellte, die Telekom hört Telefonate ab, um unbeliebte Personen auszuspähen – so sieht sie anscheinend aus, die schöne neue Welt, auf die uns einzustellen müssen.
Misstrauen, Neid, Unterstellungen greifen anscheinend gerade in den großen Konzernen um sich. Der Beschäftigte ist scheinbar immer verdächtig, seine Firma zu betrügen und zu hintergehen.
Wo kommt dieses Misstrauen her? Was ist aus den stolzen Unternehmen von früher geworden, die stolz auf ihre Mitarbeiter waren, und deren Mitarbeiter stolz waren, gerade bei diesem Unternehmen zu arbeiten?
„Was Du willst, was Dir die Leute tun sollen, das tu auch Ihnen“, hat Jesus einmal gesagt. Wer Mitarbeiter haben will, denen er vertrauen und auf die er sich verlassen kann, der muss auch seinen Mitarbeitern vertrauen.
Er muss ihnen das Gefühl geben, dass sie sich auf ihre Konzernleitung verlassen und auf sie vertrauen können.
Ich bin sicher: Wem das Vertrauen seiner Mitarbeiter wichtiger ist als die Frage, wie man immer noch mehr Geld verdienen kann, der hat Bespitzelungsaktionen nicht nötig.
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