Rockland Radio "Feels like heaven": Was trägt man im Sarg?

Pfarrer Bernd Rapp, Pirmasens, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Dienstag, 19. Mai 2009:

Es ist ein unbeschwerter Frühlingstag. Meine Familie und ich sitzen gemeinsam auf der Terrasse und essen, die Sonne scheint, das Leben ist leicht und schön!

„Papa“, fragt mich da plötzlich meine neunjährige Tochter, „stimmt es, dass die Toten im Sarg schöne Kleider an kriegen?“ Ich quäle mir den letzten Bissen runter und antworte verlegen: Ja, stimmt!

Doch die nächste Frage folgt sofort: „Papa, was würdet ihr mir anziehen, wenn ich sterben würde!“ Ich schaue meine Frau an, sie blickt zurück und ich antworte: „Ich hoffe sehr, dass ich das nie erlebe, aber was hättest du denn gerne an?“

Und dann fängt sie an zu überlegen, welche Kleider sie anhaben möchte und welche Kuscheltiere und Spielsachen mit in den Sarg sollen.

Wir Erwachsene sind manchmal viel zu kompliziert. Denn als meine Stimmung und die meiner Frau am Tiefpunkt gewesen ist, war für meine Tochter klar: wenn ich tot bin, dann komme ich ja in den Himmel. Dort sehen wir uns alle wieder. Dann ist doch alles nicht so schlimm!

O.k, das ist eine einfache und kindliche Denkweise, aber es so ist dieser Frühlingstag unbeschwert geblieben. Wir saßen noch lange auf der Terrasse, die Sonne schien und das Leben war leicht und schön.

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RPR1 'Angedacht': Wer ist systemrelevant?

Pfarrer Dirk Alpermann, Guntersblum, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Dienstag, 19. Mai 2009:

Haben Sie das Wort „systemrelevant“ schon mal gehört? Das gibt es noch gar nicht so lange. Genauer: erst seit der Wirtschaftskrise.

Wenn Banken oder Autofirmen die Pleite droht, soll der Staat sie retten, wenn sie „systemrelevant“ sind. Gemeint ist damit: Wenn sie zu groß und zu wichtig sind, um sie pleite gehen zu lassen. Ihr Bankrott hätte unabsehbare Folgen für die Weltwirtschaft.

Aber: ab wann ist ein Unternehmen „systemrelevant“? Man kann zum Beispiel sagen: Erst ab einer bestimmten Zahl von Arbeitsplätzen. Dann sind Banken eindeutig systemrelevant.

Für mich geht es hier aber um die Frage der Gerechtigkeit: Was ist mit den kleinen und mittelständischen Betrieben? Die stellen immer noch die meisten Arbeitsplätze und sind genau so wichtig für das große Ganze.

Und wie „systemrelevant“ ist jeder einzelne Mensch mit seinen besonderen Gaben? Wie unverzichtbar ist er für die vielen Systeme, zu denen er gehört: Für die Firma, die Familie, den Verein, die Kirchengemeinde?

Aus biblischer Sicht ist die Sache klar: Meine Systemrelevanz hat ihren Ursprung in Gott. Als Gottes Ebenbild ist jeder Mensch „systemrelevant“: Voraussetzungslos wichtig , wertvoll und einmalig.

Politik und Wirtschaft denken in anderen Größenordnungen. Letztlich aber geht es um Menschen. Jeder einzelne hat einen unschätzbar hohen Wert. Zu hoch, um fallen gelassen zu werden.

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