RPR1 "Angedacht": Ökumene auf Augenhöhe

Pfarrer Guido Hepke, Trier, spricht “Angedacht” bei RPR1 und “Feels like heaven” bei Rockland Radio am Samstag, 01. August 2009:

Laute Hammerschläge hallen durch die Gassen. Ein Brett nach dem anderen wird vor die Tür des Stundentenwohnheims genagelt. Bis sie verschlossen ist. Der Uni-Rektor legt den Hammer aus der Hand und betrachtet zufrieden sein Werk: Hier kommt keiner mehr rein.
Ein evangelischer Gottesdienst wird in Trier nicht mehr gefeiert, so denkt der Rektor.

Doch die Studenten geben nicht auf. Zusammen mit den Bürgern ziehen sie ein paar Straßen weiter. In das Jakobsspitälchen. Dort in der Kapelle feiern sie Gottesdienst. In deutscher Sprache – und natürlich evangelisch.

450 Jahre ist das her. Die Reformation in Trier. Einen Sommer lang atmete Trier die Luft von Freiheit und Reformen. Dann rückte der Bischof mit seinen Soldaten in die Moselmetropole ein. Mit brutaler Gewalt wurde die Reformation niedergeschlagen. Alle Evangelischen mussten Trier verlassen.

450 Jahre ist das her. In Trier erinnern wir natürlich an diese Vergangenheit. Denn sie ist wichtig für unsere Gegenwart.
Die entscheidende Lehre aus der Geschichte lautet:

Zum Gespräch der Kirchen und Konfessionen untereinander gibt es keine Alternative. Nur im Miteinander kann der christliche Glaube glaubwürdig bleiben.

Dass ein solches Gespräch immer nur in gleicher Augenhöhe stattfinden kann, versteht sich von selbst.

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