RPR1 "Angedacht": WeSmile.de

Pfarrer Alexander Ebel, Speyer, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 und ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Freitag, 23. Oktober 2009:

„Only bad news are good news“ – nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten, sagt man in der Medienbranche. Katastrophen, Skandale, Kriege und Konflikte sind der Stoff, aus dem Sensationsmeldungen gestrickt sind.

Genug damit, sagten sich die Macher von WeSmile.de – und schufen eine Online-Community der guten Nachrichten. Eine „Gegenbewegung zum Übergewicht negativer Berichte in deutschen Nachrichtenformaten“ soll WeSmile sein. „Positive Nachrichten und Erfolge, Impulse, Chancen und Helden des Alltags“ sollen zu ihrem Recht kommen.

Funktionieren soll das ohne eigene Redaktion, sondern jeder, dem eine gute Nachricht unterkommt, kann sie auf WeSmile.de einbringen und so allen anderen weitergeben.

Tolle Idee, finde ich, wenn das Projekt auch noch in den Kinderschuhen steckt und etwas mehr Aktivität gebrauchen könnte. Wir brauchen gute Nachrichten als Gegengewicht, viele davon sogar, viel mehr als schlechte Nachrichten – weil schlechte die Angewohnheit haben, sich viel stärker in unserem Bewusstsein einzugraben.

Gute Nachricht, das heißt auf griechisch euangelion – und wenn Ihnen das bekannt vorkommt, dann haben Sie Recht: Die Verfasser der Evangelien in der Bibel wollten nicht viele gute Nachrichten weitergeben, sondern nur die eine Gute Nachricht, diejenige von Jesus Christus, dem Sohn Gottes.

Die vielen kleinen guten Nachrichten auf WeSmile.de, die bringen uns zum Lächeln. Die eine Gute Nachricht, die uns Gott übermittelt, die macht, dass wir – wie viele schlechte Nachrichten uns auch noch begegnen mögen – rundum und ganz und gar erlöst sind.

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RPR1 "Angedacht": Damals war ich 16...

Pfarrer Alexander Ebel, Speyer, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 und ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Donnerstag, 22. Oktober 2009:

Vor zwanzig Jahren war ich sechzehn. In diesen Wochen versuche ich mich zu erinnern: Wie habe ich eigentlich damals die friedliche Revolution im Osten erlebt?

Die DDR war für mich weit weg, ein anderes Land, mit dem mich nichts verband. Wir hatten weder Verwandte noch Bekannte „drüben“, und Politik hat mich damals reichlich wenig interessiert, wenn es nicht gerade um den Kampf gegen Atomkraftwerke oder das Waldsterben ging.

Dann aber gingen wir noch ´89, wenige Monate vor dem Mauerfall, auf Klassenfahrt nach Berlin. Einen Tag verbrachten wir auch in Ost-Berlin. 25 Westmark wurden in 25 Ostmark umgetauscht, und dann mussten wir zusehen, wie wir die los bekamen, denn zurückgetauscht wurde nicht.

Auf dem Rückweg hatte ein Mitschüler ein Hemd in der Tasche, das mehr gekostet hatte als 25 Mark. Kritische Blicke, Kontrollfragen: Hatte er unerlaubt Westdevisen eingeführt? Nein, des Rätsels Lösung war einfacher, überstieg aber offenbar die Fantasie des real existierenden Sozialismus: Er hatte mit einem anderen zusammengelegt.

Ich wusste damals wenig über das System der Unfreiheit, das die Menschen so glücklich über seinen Untergang sein ließ. Aber schon diese kleine 25-Mark-Anekdote hatte mir einen Hauch des Gefühls vermittelt, was es bedeutet: derart ausgeliefert zu sein.

Dabei ist jeder Mensch frei, denn er ist von Gott geschaffen. Damit hat er eine unverlierbare Würde – auch in unfreien Verhältnissen.

Nicht viel später brach sich das große Wunder Bahn. Wie groß es war, das verstand ich nun ein wenig besser.

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RPR1 "Angedacht": Keine Liebesehe.

Kirchenrat Wolfgang Schumacher, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 und “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Mittwoch, 21. Oktober 2009:

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Von wegen Hakennase und rote Haare: Die Hexenausstellung in Speyer räumt mit Vorurteilen auf.

Ein Beitrag aus der Sendung “Einfach himmlisch” auf RPR1 vom 18. Oktober 2009.

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RPR1 "Angedacht": Eine violett-gelbe Koalition.

Kirchenrat Wolfgang Schumacher, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 und “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Dienstag, 20. Oktober 2009:

Es ist ein bunter Teppich, auf dem sich zurzeit die Koalitionsverhandlungen abspielen. Schwarz – gelb, rot – rot, schwarz – gelb – grün. Die politische Farbpalette ist reicher geworden. Ob bei all den Verhandlungen auch eine Koalition violett – gelb mit am Tisch sitzt?

Violett – gelb. Das steht für die beiden Konfessionen. Violett ist die protestantische Farbe, gelb die katholische. Nun verhandeln natürlich in Berlin, Kiel, Potsdam und Saarbrücken keine Kirchenvertreter mit, allerdings sind Politiker in den meisten Fällen auch Kirchenmitglieder. Ganz gleich, ob sie sich Christdemokraten nennen oder Linke, Freie- oder Sozialdemokraten, Christsoziale oder Grüne.

So sind auch Menschen mit einem gemeinsamen Glauben auf der Suche nach einer gemeinsamen Politik. Keine Angst. Die Bundesrepublik wird hierdurch nicht zum Kirchenstaat. Natürlich stimmen Abgeordnete in Bundes- oder Landtagen weiterhin völlig unterschiedlich ab. Je nach Parteizugehörigkeit.

Dennoch: Es gibt für Abgeordnete auch Bereiche, in denen Glaube und Politik eine Koalition eingehen. Bei Diskussionen um existenzielle Fragen, wie bei der Patientenverfügung oder dem Embryonenschutz – spielen Glaubensfragen durchaus eine entscheidende Rolle.

Ich wünsche mir – unabhängig von der Farbe der Partei – Politiker, die zu ihrem Glauben stehen, die auch öffentlich erklären, woher sie Zuversicht und Kraft für ihre Arbeit und ihre oft schweren Entscheidungen bekommen.

Ich wünsche mir Christen, die mit großem Engagement Politiker sind – und Politiker, die aus ganzem Herzen Christen sind. Ein altes Leitwort könnte ihr Wahlspruch sein: Ich halte stand, weil ich gehalten werde.

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RPR1 "Angedacht": Der Koalitionsvertrag ist keine Bibel.

Kirchenrat Wolfgang Schumacher, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 und “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Montag, 19. Oktober 2009:

Steuern – rauf oder runter. Bürgerrechte –ausweiten oder einengen, Kündigungsschutz – hart bleiben oder aufweichen. Das ist der Stoff, aus dem der Koalitionsvertrag geschlossen wird. Kommende Woche soll er stehen, der neue Koalitionsvertrag.

Dem umfangreichen Papier kommt hohe Bedeutung zu, denn schließlich regelt es Form und Inhalt der Regierungspolitik und damit auch unser Leben als Staatsbürger. Von den einen sind die Beschlüsse herbeigesehnt und gewählt, von den anderen gefürchtet und verurteilt.

Dem politischen Ehevertrag von Angela Merkel und Guido Westerwelle wird es dabei nicht anders ergehen, als den vielen Verträgen vergangener Partnerwahlen. „Man soll den Text nicht überbewerten.“ So jedenfalls hat es ein erfahrener Koalitionär bereits vor vier Jahren gesagt. Der Vertraute der Kanzlerin fügte damals als Begründung hinzu: „Der Koalitionsvertrag ist keine Bibel.“

Ein Koalitionsvertrag ist keine Bibel. Wie wahr. Denn die Bibel verliert sich nicht im Klein-Klein des Alltags oder versucht auf alle Situationen eine passende Handlungsanleitung zu finden.

Ein Koalitionsvertrag ist keine Bibel. Wie schade. Denn die Bibel enthält Maßstäbe für Grundhaltungen. Sie gibt ein ethisches Fundament, sie wirbt für mehr Gerechtigkeit und stellt sich auf die Seite der Schwachen.

Die Bibel. Vielleicht ist sie selbst eine Art Koalitionsvertrag. Ein Koalitionsvertrag zwischen Glaube und Politik. Vom Glauben her gibt sie den Anstoß, sich um die Welt zu kümmern. Und so macht die Bibel Politik möglich.

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SWR 1 Rheinland-Pfalz "Anstöße": Das Glück, an Gott glauben zu können.

Pfarrer Reinhardt Mueller, Fischbach, spricht ‘Anstoesse’ bei SWR 1 Rheinland-Pfalz am Donnerstag, 15. Oktober 2009.

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