Rockland Radio "Feels like heaven": Zweierlei ist wichtig.

Pfarrer Gregor Ziorkewicz, Mainz, spricht ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Donnerstag, 25. Februar 2010:

Bei uns im Ort haben sich Menschen zusammen getan, um eine „Tafel“ zu gründen. Das heißt, sie wollen Lebensmittel, die nicht mehr verkauft werden können – einsammeln und an Bedürftige verteilen. Eine tolle Idee – so einfach wie genial.

Überall in Deutschland gibt es solche Tafeln – und viele tausend Menschen beteiligen sich daran. Sie wollen Menschen in unserer Gesellschaft unterstützen, die oft nur das Nötigste zum Leben haben. Das ist gut christlich, und deshalb machen bei uns die Evangelische Gemeinde und Diakonisches Werk von Anfang mit.

100 Menschen wollen bei der Tafel mithelfen, darunter auch viele Gemeindemitglieder, die hier aus tiefer christlicher Überzeugung aktiv und hautnah helfen wollen. Essen ausgeben, Lebensmittel in Supermärkten abholen oder den Tafelladen auf Vordermann bringen.

Einer der Helfer hatte aber dann bei aller Euphorie doch noch einen Einwand und sagte: Eigentlich ist es ja schlimm, dass es mitten im reichen Deutschland ohne die Tafeln nicht mehr geht.

Ich denke: Beides ist wichtig. Menschen zu helfen, und gleichzeitig dafür zu kämpfen, das erst gar niemand diese Hilfe braucht. Ich persönlich hoffe wirklich, dass die Tafeln bald nicht mehr gebraucht werden.

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RPR1 "Angedacht": Kirche ohne Paybackpunkte.

Pfarrer Hans Hutzel, Ludwigshafen-Oggersheim, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Donnerstag, 25. Februar 2010:

Haben Sie eine Paybackkarte? Sammeln Sie Treuepunkte? Haben Sie unser Gut-scheinheft? Es gibt fast kein Geschäft mehr, in dem ich an der Kasse nicht solche Sätze höre.
Überall bekomme ich das Gefühl vermittelt, dass ich irgendwann etwas „fer umme“ kriegen kann.

Meine Schüler in der Wirtschaftsklasse kennen das Ziel, das dahinter steckt: Es geht nicht etwa um wohltätige Schnäppchen, sondern eine knallharte Markt-strategie.
Kundenbindung ist das Ziel. Treue soll schließlich belohnt werden.

Auch in der Kirche wird immer mal wieder diesbezüglich nachgedacht. Ange-sichts leerer Kassen müssen sich viele Kirchengemeinden überlegen, wo sie noch zusätzlich Gelder locker machen können. Der Grund ist klar: Die Mitgliederzahlen schrumpfen. Da muss man sich schon was einfallen lassen.

Aber bei allen diesen wohlgemeinten Überlegungen, gilt es, vorsichtig zu sein. Ich sage es meinen Schülern immer mit den Worten des Theologen und Philosophen Sören Kierkegaard. Er hat sinngemäß gesagt:

„Lass uns das Christentum nicht in einen Gastwirt verwandeln, dessen Geschäft schlecht läuft und der sich deshalb etwas ausdenken muss, um Kunden anzulo-cken…!“

Die Botschaft hör ich wohl. Denn das ist doch das besonders Tröstliche daran: Im Christentum brauche ich keine Treupunkte zu sammeln und auch keine Paybackpunkte. Dafür kriege ich aber wirklich was „fer umme“. Denn: Gott sagt Ja zu mir, ohne dass ich etwas dafür tun kann und tun müsste.

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