Rockland Radio "Feels like heaven": Held und Versager.
Pfarrer Dr. Jörg Weber, Trier, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Freitag, 26. März 2010.
Es geschieht kurz vor dem Passafest, dem höchsten Fest in Israel. Jesus von Nazareth ist auf dem Weg nach Jerusalem. Vor der Stadt jubeln ihm die Leute zu. Sie reißen sich die Kleider vom Leib, legen sie Jesus zu Füssen und werfen Palmenzweige vor ihn hin. Sie rollen ihm sozusagen den roten Teppich aus. Begeisterung pur. Jesus wird von der Menge zum König ausgerufen. Er ist der absolute Super-Star.
Doch schon ein paar Tage später ist es dann schon wieder vorbei mit dem Starkult. Kein Jubel mehr. Keine Kleider auf der Straße. Dafür rufen die Menschen jetzt: Kreuzigt ihn!
Gestern noch der Star – heute der Loser. Genauso, wie bei uns auch. Kein Wunder: denn Jesus, der Sohn Gottes, war ein Mensch. Mit allem, was dazu gehört. Mit dem Jubel, aber auch mit den Sorgen, der Angst und der Ablehnung. Mir zeigt das: Gott ist nicht abgehoben. Er schwebt nicht einfach über allen Dingen, so als ob sie ihn nichts angehen würden.
Mir hilft das in den Situationen, in denen ich schwanke zwischen Held und Versager. Gerade dann fühle ich mich von Gott begleitet. Denn ich bin sicher: Als Mensch Jesus war er einer war wie du und ich.
Sie können diesen Beitrag als MP3 herunterladen (1:10min / 1.6 MB) oder mit einem Klick auf das Play-Zeichen den Flash Player starten, um den Beitrag online zu hören.
RPR1 "Angedacht": So viele Spuren!
Pfarrer Dirk Alpermann, Guntersblum, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Freitag, 26. März 2010:
In meinen neunten Klassen habe ich kürzlich ein Experiment durchgeführt: Wir haben untersucht, ob es möglich ist, einen Tag lang keine Spuren zu hinterlassen – elektronische Spuren. Ein Tag ohne Daten: Ob das geht?
Die meisten von uns wissen kaum, wie viele persönliche Daten sie täglich preisgeben. Meistens geschieht das unbemerkt. Jede Nutzung des Internet, jeder Handykontakt, Bezahlen mit EC-Karte, der Aufenthalt auf öffentlichen Plätzen: überall hinterlassen wir eine Datenspur.
Um das zu vermeiden, müssten wir unser leben gewaltig umstellen: Das Handy nicht mal einschalten, schon das wird registriert; das Gleiche gilt fürs Festnetz. Beim Einkaufen nur bar bezahlen, EC- und Payback-Karte stecken lassen – vorausgesetzt, das Geschäft wird nicht videoüberwacht. Weil es das aber kaum noch gibt, heißt das: die häuslichen Vorräte aufbrauchen.
Autofahren geht auch nicht, weil an jeder größeren Kreuzung und jeder Tankstelle Kameras hängen. Das gilt auch für Bahnhöfe und öffentliche Plätze. Also: Lieber zu Hause bleiben!
Ein Leben ohne Datenspuren? Theoretisch ja, praktisch so gut wie unmöglich.
Anders ist es mit den Spuren, die nicht digital sind: Spuren bei anderen Menschen, Spuren bei Gott. „HERR, du erforschest mich und kennest mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne.“
Diese Form der Transparenz finde ich wohltuend. Sie macht mir keine Angst, sondern befreit mich. Ein Gott, vor dem sich niemand verstellen und verstecken muss. Dem öffne ich mich gerne.
Sie können diesen Beitrag als MP3 herunterladen (1:31min / 2.1 MB) oder mit einem Klick auf das Play-Zeichen den Flash Player starten, um den Beitrag online zu hören.
Alle Beiträge