RPR1 "Angedacht": Gewaltfreie Erziehung.

Pfarrerin Julia Neuschwander, Landau, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Mittwoch, 19. Mai 2010:

Ein kleiner Mensch wird geboren. Für die Eltern bedeutet dieser Moment oft das größte Glück. Neben Liebe und Wärme geben sie ihrem Kind auch einen Namen und viele entscheiden sich dazu, dass Kind taufen zu lassen.

Mit der Taufe wird klar: ein Kind ist keineswegs das Eigentum seiner Eltern. Es ist ihnen anvertraut, ans Herz gelegt, aber sie besitzen es nicht.

Seit 10 Jahren wird damit in Deutschland ernst gemacht. Solange ist Eltern mittlerweile gesetzlich verboten, ihre Kinder zu schlagen. Weil Menschenrechte nicht an der Haustür aufhören. Und Kinder ein Recht haben auf Erziehung ohne Gewalt.

20 von 47 europäischen Ländern haben die Prügelstrafe inzwischen per Gesetz verboten. Viel zu wenig, meint der Europarat in Straßburg, der für die Überwachung von Menschenrechten zuständig ist.

So warten beispielsweise französische, italienische und russische Kinder immer noch auf ein solches Gesetz, das juristisch absichert, was in der Taufe zum Ausdruck kommt.

„Welchen Namen habt ihr eurem Kind gegeben?“ fragt der Pfarrer die Eltern bei einer evangelischen Taufe. Wenn der Name genannt ist, nimmt der Pfarrer manchmal das Neugeborene aus dem Arm der Eltern und hält es hoch.

Es ist dann für alle sichtbar: ein eigener kleiner Mensch mit allen Rechten. Ein Individuum. Eine Persönlichkeit. Ein eigener schützenswerter kleiner Mensch.

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Rockland Radio "Feels like heaven": Sorry Sensenmann!

Pfarrer Dr. Jörg Weber, Trier, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Mittwoch, 19. Mai 2010.

Ein neues, silbernes Auto fährt auf einem verschneiten, kurvigen Waldweg. Der Fahrer schaut zur Seite. Auf dem Beifahrersitz taucht plötzlich ein Mann mit Sense und Kapuze auf. Grinst und sagt: „Sorry!“ 50m vor dem Auto ist die Straße durch einen Holztransporter versperrt. Zum Bremsen ist es viel zu spät.

Doch wie durch Geisterhand stoppt das Auto vor dem Holzstamm. Der Fahrer wendet sich zum Sensenmann. Jetzt grinst er und sagt: Sorry!“ – Das ist Werbung für ein Auto mit automatischem Bremsassistenten.

Früher hieß es: „Fahre nicht schneller, als dein Schutzengel fliegen kann“. Heute hilft der „Attension Assistant“. Als ob der Tod so einfach zu überlisten wäre.

Als Christ glaube ich, dass Jesus den Tod überwunden hat. Deshalb gab es früher an Ostern auch das Osterlachen. Der Tod wurde verspottet. Das heißt nicht, dass wir plötzlich unsterblich geworden sind. Der Tod fährt sozusagen weiter mit im Leben.

Aber ich habe die Hoffnung, dass mit dem Sterben nicht alles aus ist. Deshalb grinse auch ich und sage: „Sorry, Sensenmann!“

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