Radiojournalist, Techno-DJ und Christ. Tillmann Uhrmacher spricht über seinen Glauben.

Ein Beitrag aus der Sendung “Einfach himmlisch” auf RPR1 vom 13.06.

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RPR1 "Angedacht": Exsurge domine!

Pfarrer Dirk Alpermann, Guntersblum, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Dienstag, 15. Juni 2010:

„Exsurge domine“ – „Erhebe dich, Herr“ mit diesen Worten holt der Papst zum Gegenschlag aus. Heute vor 480 Jahren, am 15.Juni 1520.

Sein Gegner: Martin Luther, Professor der Theologie. Mönch, Priester, Prediger und mutiger Streiter für Veränderungen in der Kirche. Mündige Christen und eine Kirche, die sich auf das Evangelium besinnt – dafür kämpft er.

Die Vorgeschichte: Luther ist zunächst Jurastudent. Aus Angst vor Gott bricht er sein Studium ab und sucht sein Heil im Kloster, aber er findet es nicht. In der Bibel entdeckt Luther dann, was wirklich frei macht: Vertrauen zu Gott statt Angst vor ihm.

Luther will mit seiner Erkenntnis die Kirche verändern. Und er erwischt den richtigen Zeitpunkt. Durch den gerade erfundenen Buchdruck werden seine Schriften zum Massenmedium. Der Kaiser droht Luther, die Kirche droht ihm, aber er bleibt standhaft.

Dann greift der Papst zum letzten Mittel. Er droht Luther mit dem Ausschluss aus der Kirche. Früher hätte das gewirkt. Aber jetzt ist auch diese Waffe stumpf. Eine Rückkehr in diese Kirche ist für Luther mittlerweile unmöglich. Die Wege haben sich längst getrennt.

Heute gehen evangelische und katholische Christen aufeinander zu. Bewusst sage ich „Christen“, nicht „Kirche“. Denn offiziell liegen noch viele Hindernisse auf dem Weg zur Einheit. Und man darf über das Trennende auch nicht einfach hinweg sehen.

Dafür ist es wichtig, zu wissen, wofür man steht und wo man keine Kompromisse macht. Das lerne ich von Martin Luther.

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Rockland Radio 'Feels like heaven': Europäische Solidarität.

Pfarrer Sascha Müller, Kaiserslautern, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Dienstag, 15. Juni 2010:

Griechenland, Spanien, Portugal – all diese vom Sonnenschein verwöhnten Länder tragen dazu bei, dass die Stabilität unserer Währung schmilzt, wie die Butter in der Sonne.

Und landauf landab, entrüsten sich Menschen, fordern die gute alte D-Mark zurück oder verlangen wenigstens, dass diese Südländer die Suppe selbst auslöffeln, die sie sich durch dolce vita selbst eingebrockt haben. Ganz so weit her ist es mit europäischer Solidarität in unserem Lande also nicht.

Da hilft es manchmal, einen Blick in die Geschichte zu werfen. Genau heute vor 60 Jahren ist Deutschland dem Europarat beigetreten.

Man stelle sich einmal vor: das Land, das die ganzen Welt in Brand gesteckt hatte, wird aufgenommen in einen Staatenbund. Deutschland erhält Hilfe in einer seiner schwersten Zeiten, die zudem noch selbst verursacht waren.

Mir zeigt das, was Solidarität wirklich meint: Starke unterstützen Schwache, unabhängig von der Frage nach Schuld oder Versagen.

Denn eine Gut-Wetter-Solidarität nützt niemandem. Wahre Solidarität und Nächstenliebe bewährt sich dann, wen Regen und Sturm aufziehen. Das gilt auf der großen europäischen Bühne genauso wie im alltäglichen Miteinander.

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