RPR1 "Angedacht": Der Regenwurm.

Pfarrerin Dr. Sigrun Welke-Holtmann, Callbach, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Samstag, 17. Juli 2010:

Schon ganz trocken ist seine Haut und er kommt nur noch langsam voran. Den Regenwurm hat es erwischt – beim Überqueren der Straße. Der staubige Asphalt und die höher steigende Sonne lassen ihn mitten auf seinem Weg vertrocknen. Langsam und doch schneller als seine Kräfte es zulassen.

Mitten auf dem Weg zu vertrocknen, das erinnert mich an Situationen in meinem eigenen Leben. Von der Hitze des Tages, von Ereignissen überrascht zu werden, mich selbst zu überschätzen und eine Wegstrecke zu unterschätzen, das kenne ich gut. Und dann kommt es mir auch schon mal so vor, als wenn ich einfach vertrockne – mitten auf dem Asphalt. Meine Kraft verdunstet und ich bekomme Angst – Angst, dass es einfach nicht reicht bis zum rettenden Ufer.

Und dann? Dann halte ich inne, versuche mich zu beruhigen und besinne mich auf die Quellen meiner Kraft: meine Familie, meine Freunde, schöne Musik, lieb gemeinte Worte. Und ich versuche, daraus Leben zu schöpfen, so wie auch aus den alten Verheißungen, aus Gottes Wort: Fürchte dich nicht! Ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.

Und ich hoffe, dass etwas passiert. Vielleicht erwartet das auch gerade der Regenwurm und so nehme ihn behutsam auf und lege ihn ins schattige Gras, in der Hoffnung, dass auch er es schafft.

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Rockland Radio 'Feels like heaven': Die Klo-Torwand.

Pfarrerin Verena Gaul-Ehrenreich, Pirmasens, spricht „Feels like heaven” bei Rockland Radio am Samstag, 17. Juli 2010.

Es ist nur ein kleiner Karton. Umfunktioniert zu einem Tipp Kick-Spiel mit einer Torwand. Das ist das Torwandschießen im Miniformat mit diesen Figuren, die ihr Bein nach vorne bewegen, wenn man ihnen auf den Kopf drückt. Nichts Ungewöhnliches. Ungewöhnlich sind nur die Kloschüsseln, die auf die Torwand gemalt worden sind.

Diesen Karton habe ich vor kurzem mit in den Konfirmandenunterricht genommen. Meine Konfis hat das zum Lachen gebracht. Aber auch zum Nachdenken: Warum schießen wir den Ball in Kloschüsseln?

Auf der Bande des kleinen Kartons erfahren wir die Antwort: Wasser ist ein Menschenrecht und Händewaschen mit Seife rettet hundert Leben. So steht es dort.

Die aufgemalten Kloschüsseln auf der Torwand machen darauf aufmerksam, dass sanitäre Anlagen und sauberes Wasser nicht selbstverständlich sind. Gerade auch im WM-Land Südafrika sterben Menschen an den Folgen von dreckigem Wasser. Besonders Kinder sind davon betroffen. Zwischen Anpfiff und Abpfiff eines Fußballspiels sterben über 300 Kinder.

Um dagegen etwas zu tun, hat sich extra ein weltweit, einmaliger Fußballclub gegründet. Wash United nennt er sich. Die Abkürzung Wash steht übersetzt für Wasser, Sanitäreinrichtung und Hygiene. Und das Motto lautet: Wasser und Gesundheit für alle. Dafür setzen sich Brot für die Welt, der FC Bayern München, Fußballstars aus Afrika und andere Organisationen ein.

Ich finde es gut, dass wir dadurch wachgerüttelt werden und dadurch lernen dort zu helfen, wo es eben nicht selbstverständlich ist, dass sauberes Wasser aus dem Hahn kommt.

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