Rockland Radio 'Feels like heaven': Selige Mühe.

Pfarrer Gregor Ziorkewicz, Mainz, spricht ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Montag, 06. September 2010:

Schöne alte Worte begeistern mich. „Gemütlichkeit“ zum Beispiel. Ist ein tolles Wort, beschreibt ganz viel und gibt es nur im Deutschen.

Auch „Habseligkeiten“ ist ein ebenso schönes altes Wort, was aber dennoch vieles beschreibt, was ich selbst mit vielen Worten nicht beschreiben könnte.

Noch so ein altes Wort ist „mühselig“. Da höre ich schon richtig im Wort, wie schwer die Arbeit und das Leben ist. Mit wie vielen Schweißperlen die eine oder andere Arbeit erledigt wurde.

„Mühselig“ – Mühe und Seligkeit in einem Wort. Fast absurd. Wobei, bei machen Menschen habe ich schon den Eindruck, dass sie nur dann selig sein können, wenn sie sich in Mühe und Arbeit verlieren können. Nur dann empfinden sie sich und ihr Leben als sinnvoll.

Jesus sieht das offenbar anders, wenn er sagt „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken“. Denn wir sollen selig, das heißt froh werden – ohne irgend etwas dazu tun zu müssen.

Das ist gut, denn letztlich gilt doch die Erfahrung, die alle hart Schuftenden immer wieder machen: allein durch Mühe und Arbeit ist noch keiner so richtig selig und froh geworden.

Sie können diesen Beitrag als MP3 herunterladen (1:10min / 1.6 MB) oder mit einem Klick auf das Play-Zeichen den Flash Player starten, um den Beitrag online zu hören.

RPR1 "Angedacht": Bungeejumping.

Pfarrer Werner Schleifenbaum, Selters, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Montag, 06. September 2010.

Der Bungeespringer prüft ein letztes Mal, ob alles okay ist. Dann lässt er sich fallen. Fünfzig Meter, einhundert Meter, einhundertfünfzig Meter. Schließlich landet er im Fluss unter ihm.

Das Seil federt zurück und zieht ihn wieder heraus. In diesem Moment schnellt ein riesiges Krokodil aus dem Fluss, öffnet sein Maul und schnappt nach ihm.

Zentimeter nur liegen zwischen seinem Körper und dem Maul des Krokodils. Die Zuschauer sind starr vor Schreck. Doch das Bungeeseil bringt ihn außer Reichweite und in Sicherheit.

Das ist nicht erfunden, keine Filmszene. Nein: Freunde von mir, die einige Jahre in Australien wohnten, waren dabei und haben es mir erzählt.

Glück gehabt? Oder zufällig noch mal gut gegangen?
„Pfiat di Gott“, sagt man in Bayern zum Abschied, was heißen soll: „Behüt dich Gott“.Dass einer auf uns aufpasst, wer wünschte sich das nicht?

Wenn wir uns gerne liebevoll voneinander verabschieden, hängt das auch damit zusammen, dass wir alle nie wissen können, ob wir uns wieder sehen.

Damit dies nicht dem Glück oder dem Zufall überlassen bleibt, setzen meine Frau und ich uns jeden Morgen ein paar Minuten zusammen. Und wir nehmen uns diesen Moment Zeit und beten für unsere Kinder und alle unsere Lieben, dass Gott auf alle aufpasst.

Was für ein Krokodil auch immer heute nach Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörer, schnappen könnte – ich wünsche Ihnen und bitte deshalb Gott darum, dass Sie beschützt und behütet sind.

Sie können diesen Beitrag als MP3 herunterladen (1:33min / 2.1 MB) oder mit einem Klick auf das Play-Zeichen den Flash Player starten, um den Beitrag online zu hören.