RPR1 "Angedacht": Fremde Heimat.
Kirchenrat Wolfgang Schumacher, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Mittwoch, 20. Oktober 2010:
Wie wichtig es ist, eine Heimat zu haben, das weiß der am besten, der sie verloren hat. Die Bibel erzählt davon. Sie berichtet vom Volk Israel, das eine lange Zeit fernab der Heimat in einem fremden Land leben musste, in Babylon.
Wie überlebt man in einer solchen Situation? Wie überlebt man, wenn man weiß, dass die Heimat zerstört ist, unwiederbringlich verloren? Die Juden machen es so: Sie sitzen an den Flüssen in Babylon und geloben, ihr Heimatland nicht zu vergessen, sondern immer im Gedächtnis zu behalten.
„Vergesse ich dich, Jerusalem, so verdorre meine Rechte. Meine Zunge soll am Gaumen kleben, wenn ich deiner nicht gedenke, wenn ich nicht lasse Jerusalem meine höchste Freude sein“, so sagt es der Beter eines Psalms.
Die Menschen im Exil finden ihre Heimat im Glauben. Im Glauben an den Gott Ihrer Väter und Mütter. Darum erzählen sie sich Geschichten. Wie Gott ihren Vätern und Müttern erschienen ist, wie Gott sich zu erkennen gegeben hat, auch in scheinbar ausweglosen Situationen.
Und so erkennen sie für sich: Wenn wir uns an diesem Gott orientieren, wenn wir uns daran orientieren, was er uns aufgetragen hat, dann werden wir wieder eine Heimat haben.
wenn wir füreinander da sind als Nachbarn und Freunde, dann wird uns nicht nur die Erinnerung an unsere frühere Heimat bleiben. Nein, diese Erinnerung wird dazu beitragen, dass wir sogar in der fremden Welt eine neue Heimat finden.
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Seelsorge per Maus- und Tastenklick. Wie soziale Netzwerke in der Gemeindearbeit genutzt werden können.

Ein Beitrag aus der Sendung “Einfach himmlisch” auf RPR1.
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RPR1 "Angedacht": Abrahams Heimat.
Kirchenrat Wolfgang Schumacher, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Dienstag, 19. Oktober 2010:
Sie ist so alt wie die Menschheit: die Sehnsucht von Menschen nach einer Heimat. Auch im Alten Testament spielt diese Sehnsucht eine wichtige Rolle. Zum Beispiel für Abraham.
Gott fordert ihn auf, aus seiner Heimat fortzuziehen in ein noch unbekanntes Land, dass Gott ihm zeigen möchte. Für Abraham heißt dies: das Elternhaus und die Freunde zu verlassen, liebgewonnenes aufzugeben.
Dennoch bricht Abraham auf. Alles, was ihm wichtig ist, überlebenswichtig, lässt er hinter sich. Er wird heimatlos. Und er ist damit – nach damaligen Verhältnissen – schutzlos. Abraham durchquert das Land Kanaan und die Wüste und kommt schließlich nach Ägypten.
Obwohl er sich dort gut einrichtet und es sogar zu einem gewissen Wohlstand bringt, spürt er, dass er etwas verloren hat: seine Heimat fehlt ihm. Diese Erfahrung hat ihm Gott hat ihm nicht erspart.
Erst später, so berichtet die Bibel, siedelt sich Abraham in dem Land an, dass Gott ihm gezeigt hat und er erfährt im Traum, dass dieses Land – Kanaan mit Namen – einmal seinen Nachkommen gehören wird. Es wird ihre Heimat werden.
Die Geschichte von Abraham ist die Geschichte eines Menschen, der Mut beweist, Risiken eingeht, offen für Veränderungen bleibt und so schließlich nach Jahren in der Fremde wieder eine Heimat hat. Eine Heimat, die Gott ihm zeigt. Und die er mit Gottvertrauen findet. Für sich und seine Nachkommen.
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Rockland Radio 'Feels like heaven': Kreuze am Straßenrand.
Pfarrerin Verena Gaul-Ehrenreich, Höheischweiler, spricht „Feels like heaven” bei Rockland Radio am Dienstag, 19. Oktober 2010:
Als ich gestern zur Arbeit gefahren bin, habe ich ein kleines, hölzernes Kreuz am Straßenrand gesehen. Darauf standen ein Name und ein Datum und irgendjemand hatte frische, rote Blumen dazugestellt.
So ein Kreuz ist keine Seltenheit. Besonders an viel befahrenen und gefährlichen Straßen sehe ich häufig solche Kreuze. Oft beginne ich dann, zu grübeln: Was ist da wohl passiert? Was war das für ein Mensch, der hier gestorben ist und wer hat die Blumen dorthin gelegt?
Es ist ein trauriger Fakt: Viele Menschen verlieren ihr Leben durch Verkehrsunfälle. Die Kreuze am Straßenrand erinnern uns daran.
Doch das Kreuz ist nicht nur eine Erinnerung an den Tod, sondern auch an eine Hoffnung. Denn Jesus ist am zwar Kreuz gestorben, aber er ist wieder auferstanden.
Im ersten Petrusbrief heißt es: All eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch.
Am Kreuz hat Jesus eine große Sorge vieler Menschen im Keim erstickt. Die Angst davor, dass mit dem Tod alles aus ist. Ich glaube, dass wir Menschen von den Toten auferstehen werden. So wie Jesus.
Das Kreuz ist für mich ein Zeichen dafür, dass wir nach dem Tod in Gottes Händen geborgen sind. Und ich finde, das ist sehr tröstlich.
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RPR1 "Angedacht": Heimat Kirche.
Kirchenrat Wolfgang Schumacher, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Montag, 18. Oktober 2010:
Heimat | Kirche | Pfalz. So lautet das Motto einer Initiative der Evangelischen Kirche der Pfalz. Heimat und Kirche miteinander in Beziehung zu setzen kommt nicht von ungefähr. Heimat hat etwas mit meiner Herkunft zu tun, mit dem Dorf oder der Stadt oder dem Land, aus dem ich komme.
Mit dem vertrauten Kirchturm zum Beispiel, mit der
Gemeinschaft in der ich groß geworden bin oder in der ich lebe. Heimat kann Geborgenheit und Zuhause sein bedeuten. In jedem Fall geht es um Nähe.
Es scheint paradox: Je stärker die Globalisierung voranschreitet, je unüberschaubarer Bereiche wie Wirtschaft, Kommunikation und Politik werden, desto stärker ist das Bedürfnis nach einem festen Halt, einem vertrauten Rückzugsraum.
Experten sprechen im Zusammenhang mit der neuen Sehnsucht nach Heimat, auch von „Dis-Embedding“: dem Gefühl, nirgendwo zu Hause und wirklich eingebunden zu sein. Das kann krank machen, zur Heimwehkrankheit führen.
Menschen eine Heimat zu bieten, ist ein Zukunftsthema für die Kirche. Nicht nur in der Pfalz. Dabei sind es neben den kirchlichen Handlungsfeldern wie Gottesdienst, Seelsorge, Kultur auch soziale Beziehungen, die Geborgenheit und Identität ermöglichen. Es soll deutlich werden: Die Kirche lebt mit den Menschen und für sie.
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Rockland Radio 'Feels like heaven': Nichts hören, nichts sagen, nichts sehen.
Pfarrerin Verena Gaul-Ehrenreich, Höheischweiler, spricht „Feels like heaven” bei Rockland Radio am Montag, 18. Oktober 2010:
Es ist ein bekanntes Motiv: Drei Affen sitzen auf einer Bank und halten sich jeweils die Augen, die Ohren und den Mund zu. Offenbar wollen sie nichts sehen, nichts hören und nichts sagen.
Mir geht es manchmal auch so! Da will ich einfach nichts sagen: Niemandem Rede und Antwort stehen – oder Dinge zum hundertsten Mal erklären müssen.
Und manchmal will ich mir auch am liebsten die Augen zuhalten. Vor dem Leid und Elend der Welt, das jeden Abend auf dem Bildschirm zur Realität wird.
Und manchmal will ich auch einfach nichts mehr hören! Keinen Krach aus der Nachbarwohnung. Kein nerviges Telefon und kein Geplapper von anderen Menschen.
Selig sind eure Augen, dass sie sehen und eure Ohren, dass sie hören!“ sagt Jesus im Lukasevangelium. Diese Worte reißen mich aus meiner nichts sehen und nichts hören-Stimmung heraus. Sie machen mir deutlich, dass es auch viel Gutes und Schönes zu sehen gibt.
Im Herbst finde ich es immer wunderbar, wenn der Nebel früh morgens noch über den Feldern liegt und wenn die Sonne versucht, durch die Wolken hindurch zu scheinen.
Und: es gibt auch viel Gutes zu hören. Z.B. die Worte Jesu aus dem Lukasevangelium. Sie schenken mir, einen völlig anderen Blickwinkel.
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RPR1 "Angedacht": Das alte Ehepaar.
Pfarrer Dejan Vilov, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 und „Feels like heaven“ bei Rockland Radio am Sonntag, 17. Oktober 2010:
So früh am morgen ist die S-Bahn noch relativ leer und deshalb hab ich keine Probleme einen Platz zu finden. Gerade habe ich mich hingesetzt, da fällt mir ein altes Ehepaar auf. Die Frau und der Mann sitzen mir schräg gegenüber. Sie wollen offenbar wandern gehen, denn sie haben Wanderschuhe an und neben ihnen stehen ihre Rucksäcke.
Aus einem der beiden holt der Mann einen Apfel und schneidet ihn in Stücke. Er entfernt fein säuberlich das Kerngehäuse und reicht seiner Frau ein paar Spalten. Sie bedankt sich bei ihm und gemeinsam essen die beiden den Apfel mit einem Lächeln auf dem Gesicht.
Ich merke, wie der Umgang des Paares miteinander mich rührt. Sie wirken verliebt wie ein junges Pärchen, aber gleichzeitig auch so vertraut wie man es nur sein kann, wenn man sich seit vielen Jahren kennt.
„Ich will euch tragen, bis ihr grau werdet“, so spricht Gott in der Bibel durch den Propheten Jesaja.
Ob der Mann und die Frau an Gott glauben? Ich weiß es nicht. Aber in diesem Moment in der S-Bahn denke ich: Ja, genauso muss es aussehen, wenn Menschen sich bis ins hohe Alter von Gott getragen wissen und alles dankbar aus seiner Hand empfangen: Die gemeinsamen Jahre, die Vertrautheit oder einfach einen Apfel, den man miteinander teilt.
Eine Station später ist die Fahrt für mich zu Ende. Das alte Ehepaar bleibt sitzen. Dass ich ihnen begegnen durfte, dafür bin ich Gott dankbar.
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