RPR1 "Angedacht": Armer Josef!

Pfarrer Hans Hutzel, Ludwigshafen-Oggersheim, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Mittwoch, 15. Dezember 2010:

Im Religionsunterricht diskutiere ich mit meinen Schülern über die Weihnachtsgeschichte. Heute steht überraschend Josef im Mittelpunkt.

Nadine ergreift Partei für ihn und meint: „Also, der hat ja wirklich die Arschkarte gezogen. Seine Frau ist schwanger, aber nicht von ihm, sondern vom heiligen Geist. Was für eine Geschichte, die dem aufgetischt wird. Aber das scheint sein Schicksal zu sein und das nimmt er auch noch an. Hat der einmal über seine Rolle nachgedacht?“

Nadine redet sich förmlich in Rage und setzt dann noch einen oben drauf, indem sie sagt: „Im Zeitalter der Emanzipation ist es höchste Zeit, Josef mal zu würdigen. Mensch, was wäre denn Weihnachten ohne ihn? Das muss einer doch erst mal verkraften, die Partnerin schwanger, ohne dass was zwischen den beiden gelaufen ist!“

Die Schüler gucken Nadine verdutzt an, die mich daraufhin hilfesuchend anblickt. Ich ergänze Nadines Ausführungen: Josef weiß, dass Gott Unglaubliches mit Maria und ihm vorhat. Aber er ist gewiss, dass Gott ihn nicht allein lässt.

Im Matthäusevangelium ist überliefert, dass Gott Josef einen Engel sendet. Tröstend soll er zu Josef gesagt haben:
Fürchte dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen. Sie wird einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden!“

Es ist zwar hart für ihn, aber Josef steht zu seiner Maria, trotz so mancher Irritation und Kränkung.

Sie können diesen Beitrag als MP3 herunterladen (1:29min / 2.1 MB) oder mit einem Klick auf das Play-Zeichen den Flash Player starten, um den Beitrag online zu hören.

Rockland Radio 'Feels like heaven': Rache ist Blutwurscht.

Pfarrer Oliver Böß, Mackenbach, spricht “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Mittwoch, 15. Dezember 2010:

„Das sollst du mir büßen!“ – diesen oder einen ähnlichen Satz hat bestimmt jeder von uns schon mal gesagt. Wenn uns jemand ärgert, uns etwas antut, dann heißt das Motto oft: Rache ist Blutwurscht!

Aber Blutwurscht schmeckt und bekommt nicht jedem.
Und Rache schon gar nicht! Das ist nämlich das verblüffende Ergebnis einer Studie der Universitäten Bonn und Maastricht:
Rachsüchtige und nachtragende Menschen haben weniger Freunde, sind überdurchschnittlich oft arbeitslos und generell mit ihrem Leben unzufrieden!

Klar, wer stets nach dem Prinzip „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ handelt, wer Gleiches mit Gleichem oder gar Schlimmeren vergilt, der provoziert ja damit wieder negative Reaktionen und für die muss er sich dann wieder rächen.

Wer sich dagegen freundlich und hilfsbereit verhält und nicht so schnell nachtragend ist, der ist im Allgemeinen erfolgreicher im Job und glücklicher im Leben – sagen die Forscher und kommen zu dem Ergebnis: Sanftmut und Nettigkeit setzen sich durch!

Fürsorge für andere ist nämlich die Voraussetzung dafür, dass sich die mitfühlende menschliche Rasse in der Natur durchgesetzt hat. Rache mag Blutwurscht sein – aber Sanftmut ist Honig!

Sie können diesen Beitrag als MP3 herunterladen (1:10min / 1.7 MB) oder mit einem Klick auf das Play-Zeichen den Flash Player starten, um den Beitrag online zu hören.