RPR1 'Angedacht: Parteien

Pfarrer Wolfgang Schumacher, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Montag, 14. Juli 2008:

Über die politischen Parteien wird viel geschimpft. Bei uns und anderswo. Aber bleiben wir bei uns. Hier in Deutschland. Bei unseren Parteien. Bei unserer Kritik. Die reicht von der Parteienfinanzierung und der Spendenpraxis, über Ämterpatronage und Machtmissbrauch bis zum Vorwurf der mangelnden innerparteilichen Demokratie und dem Populismus.

Es ist chic auf die Parteien zu schimpfen. An Stammtischen, in Zeitungskolumnen, wissenschaftlichen Veröffentlichungen. So mancher Stammtischbruder kühlt sein Mütchen mit derben Sprüchen, so mancher Kommentator spitzt die Feder und suhlt sich im Schmutz der Skandale, so mancher beamtete Professor wettert gegen die Selbstversorgungsmentalität der politischen Kaste.

Ich aber breche heute eine Lanze für die Parteien. Ich halte sie für besser als ihr Ruf. Und viele kritische Rufer für schlechter als ihr Objekt. Parteien sind für die demokratische Willensbildung unverzichtbar. Und die Menschen in den Parteien engagieren sich für Ideen, Ideale, Initiativen, Inhalte.

Ich breche heute eine Lanze für die Parteien, denn heute ist der 14. Juli. Heute vor 75 Jahren haben die Nazis das „Gesetz gegen die Neubildung von Parteien“ beschlossen. Alle Parteien – bis auf die Nationalsozialistische – wurden verboten. Die totale Gleichschaltung fand ihren Höhepunkt. Was folgte ist bekannt: Terror und Krieg, Verfolgung und Vernichtung.

Darum meine ich: Christen sollen in Politik und Parteien mitarbeiten und so die Demokratie stärken. Machen statt meckern. Politik und Parteien heute sind verbesserungsbedürftig. Sie sind aber auch verbesserungsfähig. Probieren Sie es aus?

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