RPR1 'Angedacht': 50 Jahre Frauenordination in der Pfalz

Pfarrerin Julia Neuschwander, Landau, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Donnerstag, 31. Juli 2008:

„Gell, Herr Kollege, jeder macht, was er am besten kann, Sie taufen und ich predige…“, konterte eine „Pfarrerin“ vor 1958 schlagfertig, als ein Kollege kurzfristig die Taufen in ihrem Gottesdienst übernahm. Sie selbst durfte zu diesem Zeitpunkt nach offiziellem Kirchenrecht noch nicht taufen. Aber dieser alte Zopf musste ab.

Dass Frauen im geistlichen Amt weder Rechte noch Titel hatten, das änderte die Evangelische Kirche der Pfalz im Jahr 1958, dem Jahr, in dem die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau in der Bundesrepublik Deutschland gesetzlich verankert wurde.

Vor vielen anderen Landeskirchen verabschiedete die Evangelische Kirche der Pfalz damals, vor 50 Jahren, ein Gesetz, dem zufolge auch den Pfarrerinnen Wortverkündigung, Gottesdienstleitung, Taufen, Trauungen und Beerdigungen zugestanden wurden. Der Zopf musste ab.

Gute Prediger und Predigerinnen, kompetente Seelsorgerinnen und Seelsorger: Pfarrer und Pfarrerinnen gleichermaßen bringen heute ihre vielfältigen Begabungen ins Pfarramt ein, taufen, trauen und beerdigen. Der Anteil der Pfarrerinnen in der Evangelischen Kirche der Pfalz liegt inzwischen bei rund 38 Prozent.

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