RPR1 'Angedacht': Unbesiegbare Sonne
Pfarrer Alexander Ebel, Speyer, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Freitag, 1. August 2008:
„O Sonn, geh auf, ohn deinen Schein in Finsternis wir alle sein.“ Heißt es in einem alten Kirchenlied. Was heute Vormittag zwischen halb elf und halb eins über dem RPR1-Land geschieht, hat allerdings den Namen Sonnenfinsternis fast nicht verdient. Im Sendegebiet werden nur zwischen neun und zwölf Prozent der Sonnenscheibenfläche bedeckt sein. Wenn Sie die totale Finsternis sehen wollen, müssen Sie sich schon nach Sibirien beamen. Oder Sie schauen ins Internet; das Spektakel wird von zahlreichen Stationen live übertragen.
Und dort hat es dann schon ein bisschen was von Weltuntergang – mitten am helllichten Tag verdunkelt sich die Sonne, das Licht wird fahl, bleiern dämmerig. Wind kommt auf, die Vögel verstummen, manche Fledermaus kommt aus ihrem Versteck.
„O Sonn, geh auf, ohn deinen Schein in Finsternis wir alle sein.“ Ohne Licht keine Orientierung, ohne Licht kein Leben. So geht es uns Erdbewohnern bis heute. Wenn es dunkel wird, haben nicht nur Kinder ein bisschen Angst. Auch wir Erwachsenen können ohne Sonne nicht leben. Wenn sie verlischt, sind wir alle in Finsternis verloren.Die ersten Christen deuteten Jesus Christus als Lichtbringer. Auf Mosaiken sieht man Christus im Strahlenkranz mit Sonnenwagen als sol invictus, unbesiegbare Sonne. Das wünsche ich Ihnen und mir auch in allen Dunkelheiten des Lebens: Eine Sonne, die nie verlöschen kann.
[Text: Julia Neuschwander / Alexander Ebel]
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