RPR1 'Angedacht': Gospel-Fitness - Mit Jesus gegen Fettpölsterchen?

Pfarrer Alexander Ebel, Speyer, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Sonntag, 24. August 2008:

Gottesdienst und Gebet können bewegend sein. Manchmal auch in einem ganz wörtlichen Sinn. “Gospel-Fitness” heißt der neueste Trend in den USA. Im ganzen Land bauen Kirchen Keller und Hinterzimmer zu Fitnessräumen um. Gehüpft, gebeugt, gedehnt, gestreckt wird sich hier zu rhythmischen religiösen Klängen. Damit nicht genug, fordern Trainer oder Trainerin zwischendurch zum Lobpreis auf oder zitieren aus der Bibel. Mit Jesus gegen Fettpölsterchen.

Der Kniff mit dem Glauben wirkt auf viele offenbar motivierender als die Aussicht, mehrmals wöchentlich den säkularen Weg des Schwitzens zu gehen: ins Hightech-Fitness-Center am Stadtrand. “Ohne Gott würde ich das nicht durchstehen”, sagt eine Teilnehmerin, und einer der wenigen Männer: “Körper und Geist sind uns von Gott geschenkt und wir sollen beide gut behandeln”.

Es ist nicht auszuschließen, dass die Gospel-Fitness-Welle über den Atlantik schwappt – mögen sich hierzulande auch Zweifel anmelden: Wer steht dabei eigentlich im Mittelpunkt? Gott oder ich selbst? Sind wir Jünger Jesu oder Fitnessjünger? Preise ich Gott mit meinem Körper – oder garniere ich meinen Körper mit Gott? Geht es einfach nur um das gute Gefühl, von sich sagen zu können: “Selbst wenn ich Fitness treibe, denke ich an den Herrn”? Oder haben tatsächlich alle Teilnehmer die Rede des Apostels Paulus vom Körper als Tempel des Heiligen Geistes dergestalt verinnerlicht, dass sie ihre Körperübungen als Gottesdienst ansehen?

Wahrscheinlich ist des Rätsels Lösung viel einfacher: Sie glauben. Sie brauchen Bewegung. Und beides zusammen macht eben mehr Spaß.

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