RPR1 'Angedacht': Local Heroes - Heilige der Unscheinbarkeit

Pfarrer Dirk Alpermann, Guntersblum, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Dienstag, 9. September 2008:

Manchmal liegt das Geld tatsächlich auf der Straße. Man muss es nur aufheben, auch wenn’s einem anderen gehört. Der würde es ja nicht merken und weiter um sein Geld trauern – wenn, ja wenn es nicht ab und zu ehrliche Finder gäbe.

Andreas Wolfgruber, 11 Jahre, ist so einer. 10.000 Euro findet er auf der Straße – eine Menge Geld, verloren von einem koreanischen Ehepaar auf Hochzeitsreise in Europa. Andreas‘ Ehrlichkeit sichert dem Paar die Fortsetzung der Reise, und sich selbst einen Eintrag in die „Local Heroes“.

„Local Heroes – Heilige der Unscheinbarkeit“ – so heißt die Internetseite, die ein Theologieprofessor der Uni Passau ins Leben gerufen hat. Darauf sammelt er Beispiele von Menschen, die durch Selbstlosigkeit und Mut im Alltag zu Helden wurden. Wie z.B. der Fußballer, der absichtlich ein Eigentor schießt, um ein unfaires Tor der eigenen Mannschaft wieder gut zu machen.

Die katholische Kirche spricht vorbildhafte Menschen in besonderen Fällen heilig, aber die Kriterien sind streng. Zu streng, meint der Begründer der Seite. Außerdem haben Heilige immer etwas Übermenschliches.

Anders die „Local Heroes“. Was sie getan haben, kann jeder tun. Übermenschlich ist daran nichts – außer man findet, dass schon der Verzicht auf einen unverdienten Vorteil übermenschlich ist. Nur ein bisschen mehr an Mut, Ehrlichkeit und Konsequenz als der Durchschnitt – das ist alles.

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