RPR1 'Angedacht': 11. September
Pfarrer Dirk Alpermann, Guntersblum, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Donnerstag, 11. September 2008:
Heute vor sieben Jahren, am 11. September 2001: Kurz hintereinander steuern Terroristen zwei Passagierflugzeuge in die Türme des World Trade Center. Ich erinnere mich noch genau an diesen Tag: an die Bilder und an meine Angst. Die USA, das ist sicher, werden reagieren, müssen reagieren. „Oh Gott“, denke ich in diesen Stunden, „jetzt gibt es Krieg“.
Der Anschlag vom 11. September verändert die Welt. Das Misstrauen zwischen christlicher und islamischer Welt wird noch größer, seitdem dreht sich die Spirale der Gewalt. Der Gegensatz zwischen Gut und Böse, der seit dem Fall der Mauer überwunden schien, beherrscht seitdem wieder das politische Handeln.
An sich passiert am 11.September nichts wirklich Neues. Terrorismus gibt es schon vorher. Und Vergeltung als Antwort auf Gewalt – auch das ist ein uraltes Reaktionsmuster.
Neu ist die Größenordnung, und neu ist die symbolische Wirkung, als das Wahrzeichen des american way of life in sich zusammenstürzt.
Neu ist auch die Macht der Bilder. Die weltweite Schockwelle wird erst durch das Fernsehen ausgelöst. Solche Szenen kannte man bisher nur aus Filmen. Aber das hier war nicht Hollywood.
Seitdem lebe ich zwischen Verdrängen und Vertrauen – wie vor dem 11.September auch. Ich bin nicht vorsichtiger geworden, wozu auch?
Es gibt keine Sicherheit. Also verdränge ich, sonst werde ich verrückt. Und ich vertraue. Das gibt mir Kraft.
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