RPR1 'Angedacht': Der Schoko-Jesus - zum Aufregen oder zum Anbeißen?
Pfarrer Alexander Ebel, Speyer, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 und ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Sonntag, 2. November 2008:
Es ist ein Jesus zum Anfassen – und Anbeißen. Vollmilch, 100 Gramm – der “Goldjesus” oder “Sweetlord”, der Heiland ganz aus Schokolade, den sich Frank Oynhausen aus Duisburg ausgedacht hat.
Der erfährt derzeit allerdings viel Gegenwind:
Ein bayerischer Hersteller von Verpackungsfolie kündigte die Zusammenarbeit auf. Beim 1. Paderborner Schoko-Festival am vergangenen Wochenende intervenierte die Stadt, so dass der Schokojesus nicht ausgestellt wurde, und das katholische Bistum kritisierte die Verkitschung Jesu. Selbst die Evangelische Kirche wies Oynhausen per E-Mail darauf hin, er müsse mit Protesten seitens der Gläubigen rechnen.
Ich persönlich kann diese Aufregung nicht verstehen.
Kommerz? Gotteslästerung? Ich meine, gotteslästerlich wird der Kommerz an anderer Stelle. Zum Beispiel, wenn Spekulatius und Lebkuchen schon ab Ende August im Laden stehen. Zum Beispiel, wenn es als selbstverständlich angesehen wird, dass Adventssonntage verkaufsoffen sind. Zum Beispiel, wenn christliche Symbole und Gestalten wie der heilige Nikolaus und das Christkind verdrängt werden von Figuren wie dem Weihnachtsmann und seinen Rentieren.
Da sage ich: Lieber als dieser seltsame Typ im roten Mantel mit weißem Fellbesatz, der einen großen Sack auf dem Rücken trägt, manchmal im glitzernden Cola-Laster angefahren kommt, und nicht viel mehr zu sagen hat als: “Ho Ho Ho” – also, lieber als dieser Typ wär’ mir der Schokojesus allemal.
Und, mal ehrlich: Jesus in aller Munde – das wäre doch super!
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