RPR1 'Angedacht': Gesehen werden - Kunst trotz(t) Armut

Pfarrer Albrecht Bähr, Mainz, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 und ‘Feels Like Heaven’ bei Rockland Radio am Donnerstag, 18. Dezember 2008:

„Ich wollte nicht immer übersehen werden, sondern endlich gesehen werden“, sagt die Fotografin Karin Powser. Zurzeit präsentiert sie ihre Werke in einer bundesweit viel beachteten Ausstellung unter der Überschrift „Kunst trotz(t) Armut“.

Karin Powser war jahrelang obdachlos, hatte eigentlich keine Hoffnung auf ein „normales“ Leben mehr. Ihre Biografie verlief so, wie sie bei vielen Menschen verlaufen ist, die in die Obdachlosigkeit abgeglitten sind: Die Eltern waren früh verstorben. Sie wuchs in verschiedenen Heimen auf, galt als schwer erziehbar. Später kamen Scheidung, der Tod des Partners und Verlust der Arbeit hinzu.

Irgendwann verlor sie Ihre Wohnung und schlief in einer unterirdischen Ladenstraße in der Nähe eines Hauptbahnhofs. Die Passanten sahen über sie hinweg. Ein Streetworker der Diakonie dagegen sah sie, schenkte ihr Zeit. Sie fand ins Leben zurück.

Weil sie Lust hatte, zu fotografieren, schenkte er ihr einen Fotoapparat. Damit begann ihr Weg aus der Isolation. Sie fotografierte für „Asphalt“, eine Obdachlosenzeitung, sie schoss Portraits von Prominenten und schrieb Artikel über die Situation der Nichtsesshaften für verschiedene Zeltungen.

Ihre Werke sind Mahnmale gegen das Übersehen von Menschen, die, wie du und ich, Geschöpfe Gottes sind.

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