RPR1 'Angedacht': Wer war John Hooper?
Pfarrer Guido Hepke, Trier, spricht “Angedacht” bei RPR1 und “Feels like heaven” bei Rockland Radio am Montag, 09. Februar 2009:
John Hooper war ein genialer Prediger. Aus der ganzen Region strömten die Menschen seine Kirche. Denn der Kaplan predigte nicht lateinischer Sprache, sondern so, dass auch die einfachen Leute ihn verstehen konnten.
Und was er zu sagen hatte, das hatte es in sich: Von Jesus Christus als dem alleinigen Oberhaupt der Kirche predigte er. Und von der Gleichwertigkeit aller Christenmenschen.
Kein Wunder. Es dauerte nicht lange, und John Hooper sollte Bischof werden. Doch der reformierte Theologe stellte Bedingungen:
Das Festornat, mit dem der Bischof seine Macht ausdrückte, das wollte er nicht tragen. Um sichtbar zu machen: Kirche wird von unten her aufgebaut, von den Menschen. Da darf es nicht einen einzelnen an der Spitze geben, der alles entscheidet.
Nach einigem hin und her wurde Hooper Bischof. Doch er hatte nicht viel Zeit, um die Kirche demokratischer zu machen.
Denn es kam zum Regierungswechsel:
Die neue Königin Maria Tudor versuchte, alle Kirchenreformen wieder rückgängig zu machen. England sollte katholisch werden – wenn’s sein muss mit Gewalt.
John Hooper war einer der ersten, den die Verfolgung traf.
Er wurde von seiner Königin abgesetzt und auf dem Scheiterhaufen ermordet. Auf den Tag genau vor 500 Jahren.
Heute erinnern die Protestantischen Kirchen in Europa an diesen großen Theologen. Sein Schicksal ist eine Mahnung auch für unsere Zeit. Toleranz und Offenheit sind wichtig, damit es nicht zu Mord und Totschlag kommt.
Das Gespräch ist durch nichts zu ersetzen. Das gilt für die Kirchen in der Ökumene. Und das gilt auch für die Völker und Religionen.
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