RPR1 'Angedacht': Vergessen

Pfarrerin Dr. Sigrun Welke-Holtmann, Callbach, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Donnerstag, 23. April 2009:

Wie funktioniert eigentlich das Vergessen? Wie kommt es, dass wir uns an manche Dinge noch lange danach erinnern und uns andere Dinge einfach entfallen und wie weggeblasen sind?

Manchmal, da liegt mir z.B. ein Name auf der Zunge, ich versuche mich mit aller Gewalt zu erinnern, aber der Name fällt mir einfach nicht ein. Die Verbindung zwischen Zunge und Gehirn ist dann wie ein Tunnel, der an einer Stelle eingestürzt ist und nichts mehr durchlässt.

Wie das Vergessen funktioniert, das fragen sich auch Wissenschaftler in der Gedächtnisforschung; und eine von vielen Theorien geht davon aus, dass wir am häufigsten die Ereignisse vergessen, mit denen wir keine Gefühle verbinden.

Dagegen behalten wir länger das im Gedächtnis, was bei uns positive Emotionen weckt: das Gute, das Schöne, das uns selbst betrifft.

Vielleicht haben das die Sänger der Psalmen im Alten Testament schon vor mehreren tausend Jahren geahnt. In vielen ihrer Lieder zählen sie das Gute und Schöne auf, das Gott den Menschen geschenkt hat. Sie beschreiben zum Beispiel Gottes Barmherzigkeit mit Bildern. Mit Bildern, die uns angehen.

Und selbst, wenn wir dies eines Tages vergessen sollten, wenn uns unser Gedächtnis im Stich lässt, die Psalmen werden uns mit ihren Bildern daran erinnern.

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