RPR1 'Angedacht': T9

Pfarrer Dejan Vilov, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Sonntag, 19. April 2009:

Computer, MP3-Player, Navi – mein Handy ist ein richtiges kleines Wunderwerk der Technik. Aber ich benutze es trotzdem nur zum Telefonieren. Und natürlich zum sms-Schreiben. Das wird ja auch immer einfacher dank T9.

Dieses Texterkennungsprogramm erleichtert das Tippen von sms-Nachrichten. Meistens jedenfalls. Aber manchmal ist das, was getippt wird, für das Programm mehrdeutig:

Bin heute um Wein bei Eis. Eigentlich soll das heißen: Bin heute um zehn bei Dir.

Oder meine gute Freundin Tina. „Bis nachher, mein Süßer“, wollte sie ihrem Freund schreiben. Ihr Handy machte aus „Süßer“ aber „Stress“. Zum Glück hat Tina das noch rechtzeitig gemerkt, sonst hätte sie sich die nächste sms an ihren Freund vielleicht sparen können.

Tja, Handys können halt bestenfalls nur ahnen, was ich sagen möchte. Anders ist bei Gott. Dem ich zwar keine sms schicken kann, aber trotzdem mit ihm Kontakt aufnehmen. Im Gebet.

Und dabei brauche ich keine Sorgen haben, ob das, was ich Gott mitteilen möchte, vielleicht mehrdeutig ist. Denn ich kann mich darauf verlassen, dass Gott weiß, was mich bewegt und was ich ihm sagen möchte.

Und bevor ich lange nach den richtigen Worten für mein Gebet suche, kann ich einfach das Gebet sprechen, das Jesus selbst seinen Jüngern beigebracht hat: Das Vater unser. Funktioniert immer und überall – und ganz ohne T9.

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