RPR1 'Angedacht': Dreh dich nicht um!

Pfarrerin Heide Salm, Homburg-Einöd, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Donnerstag, 07. Mai 2009:

Im Kindergarten spielen die Kinder gerne das Spiel: “Dreh dich nicht um, der Plumpssack geht rum, wer sich umderhet oder lacht, dem wird der Buckel vollgemacht!”

Die Kinder sitzen im Kreis und passen genau auf, dass sich ja keiner umdreht. Das ist schwer. Sich nicht umdrehen. Ich will doch wissen was hinter meinem Rücken passiert. Das sehe ich auch an Yanniks Gesicht. Er kann es kaum aushalten vor lauter Spannung.

Dreh dich nicht um. Im Leben hören wir diesen Befehl immer mal wieder. Zum Beispiel wenn ein Lebensabschnitt zu Ende ist: das Abitur ist geschafft, die letzte Prüfung im Studium, der Auszug aus dem Elternhaus in eine neue Stadt, ich beginne eine neue Arbeitsstelle, ich muss mich von einem lieben Menschen trennen.

Da weiß ich genau: Ich muss jetzt weitergehen. Neues beginnt, das Alte muss ich lassen. Dreh dich nicht um! Geh – und schau nicht zurück!

Wer die Hand an den Pflug legt und schaut zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes, sagt Jesus einmal zu seinen Freunden. Ein harter Satz und eine alte Bauernregel:

Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, dessen Furche wird nicht gerade. Der eiert rum. Und die Lebenslinie wird krumm und schief. Deshalb: Schau nicht zurück. Aber das klappt nicht immer und dann sitze ich da und sehe, dass meine Bahn krumm und kann es nicht mehr ändern. Da tröstet mich der Gedanke, dass Gott auch auf krummen Wegen gerade schreibt!

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