RPR1 'Angedacht': Die Flasche ohne Rest
Pfarrer Dirk Alpermann, Guntersblum, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Mittwoch, 20. September 2009:
Endlich ist sie da! Die Flasche ohne Rest. Die Flasche, in der nichts übrigbleibt. Kein Ärger mehr mit Ketchupresten. Wenn nichts mehr rauskommt, ist nichts mehr drin.
Na ja – fast. 4% bleiben drin. Aber das ist ein echter Fortschritt. Eine neuartige Beschichtung macht´s möglich. Die Ketchupflasche ohne Rest – fast ohne Rest – kommt demnächst in den Handel.
Aber uns werden trotzdem jede Menge Reste bleiben: Beim letzten Tropfen Wein, dem letzten Krümel Brot, beim Rest im Nutella-Glas: Da kann ich noch so viel schütteln, kratzen, drücken. Irgendwas bleibt immer zurück und das nicht nur bei Nahrungsmitteln.
Im Verlauf des Lebens kommt ganz schön was zusammen an Resten: unerledigte Aufgaben, unerfüllte Träume, aufgeschobene Entscheidungen, offen gebliebene Schuld.
Belastend? Ja, gelegentlich. Mit allem aufräumen, das eigene Leben entrümpeln, ausmisten, wäre schon gut. Aber zu viel für mich alleine.
Ein Leben ohne diese Rückstände wäre schon. Aber auch ziemlich steril, ohne Bindung an Vergangenes, ohne neuen Ansatz für die Zukunft, ohne Geschichte eben. Wie eine Teflonpfanne, an der alles abgleitet.
Meine Erfahrung sagt mir, die Reste gehören zu meinem Leben dazu. so ist es mit von Gott geschenkt und so muss ich es vor ihm und meinem Nächsten verantworten. So und nur so kann etwas Neues draus werden.
Wie mit dem Rest in der Ketchupflasche. Den lasse ich einfach drin, bis es wieder Nudeln mit Tomatensoße gibt: Etwas Wasser dazu, schütteln, in die Soße kippen, Problem erledigt!
Manche Reste haben auch ihr Gutes!
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