RPR1 'Angedacht': Wer ist das Pferd und wer ist der Reiter?

Pfarrer Oliver Boess, Mackenbach, spricht “Angedacht” bei RPR1 und “Feels Like Heaven” bei Rockland Radio am Donnerstag, 18. Juni 2009:

In Indien erzählen sich die Menschen folgende Geschichte:
Ein Reiter jagt im Galopp übers Land. Da sieht ihn ein alter Bauer und ruft ihm zu: „He, Reiter, wohin?“

Der wendet seinen Kopf über die Schulter und schreit zurück:
„Frag nicht mich, frag das Pferd!“

Ja, so kann’s gehen! Und zwar nicht nur bei dem Reiter, sondern oft auch bei mir selber: Nur vorwärts, nur schneller, schöner, besser, angenehmer muss alles werden. Welchen Preis ich dafür zahlen muss, ist gleichgültig – zunächst jedenfalls.

Denn es ist ja auch wirklich bequem, sich auf das zu verlassen, was mir das 21. Jahrhundert an Hilfsmitteln bietet:
auf die Technik, auf den Fortschritt, vielleicht auch immer noch auf den Staat, der alles schon regeln wird, und auf die Gesellschaft, die an allem schuld ist.

Aber diese Bequemlichkeit hat einen hohen Preis: Ich entmündige mich selbst und werde abhängig. Ich lasse mich von äußerlichen Dingen beherrschen. Und wenn das Auto dann mal nicht fährt oder der Computer abstürzt, stehe ich dumm da.

Der Reiter in der indischen Geschichte meint, er kann die Verantwortung für seinen Weg aufs Pferd schieben.
Dabei ist es gerade umgekehrt: Der Reiter kann sein Pferd doch beherrschen und steuern, wohin er will. Nur, wohin ist das eigentlich?

Als Christ glaube ich, dass mein Ziel bei Gott ist, im Paradies. Den genauen Weg dorthin kenne ich nicht, aber ich bin überzeugt, dass mich Gott auf meinem Weg begleitet.

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