RPR1 "Angedacht": Beichte online
Pfarrer Dejan Vilov, Speyer, spricht “Angedacht” bei RPR1 und “Feels like heaven” bei Rockland Radio am Samstag, 15. August 2009:
Immer wenn mich Leute auf der Straße nach dem Weg fragen, schicke ich sie absichtlich in die falsche Richtung.
Das ist eine von unzähligen Beichten, die man im Internet lesen kann. Auf Seiten, die online-Beichten anbieten. Das funktioniert kinderleicht:
Zuerst einfach das, was man getan hat, in ein Textfeld eintragen. Unten auf der Seite blinkt dann ein roter Button mit der Aufschrift:
„Herr ich habe gesündigt! Bitte vergib mir!“
Jetzt nur noch ein Mausklick auf diesen Button und schwupp! Schon scheint die Beichte fertig zu sein.
Aber so einfach geht es nicht. Zum Beichten gehört zwar nicht unbedingt ein Beichtstuhl, aber auf jeden Fall viel mehr als ein Mausklick im Internet.
Wenn ich wirklich beichten möchte, dann muss ich zunächst mal einsehen, dass ich was falsch gemacht habe. Und das muss mir wirklich leid tun, ich muss es aus ganzem Herzen bereuen. Dann wird Gott mir vergeben.
Und weil ich das weiß, deshalb soll ich selbst dann auch nachsichtiger mit anderen Menschen umgehen. Nicht jeden Fehler kleinlich aufrechnen und auch mal fünfe gerade sein lassen. Denn zur Beichte gehört auch, dass ich die Kraft finde, mein eigenes Verhalten zu ändern.
So zu beichten ist zwar viel schwerer als eine Beichte per Mausklick, aber es lohnt sich. Probieren Sie es dochmal aus!
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Sehr schöner Beitrag. Ich bin der selben Meinung, nur ist das online beichten zum Beispiel bei http://beichthaus.com die Zukunft. Zu verstaubt wirken da im Vergleich die Angebote der Kirche, wo auch erst einmal die große Hemmschwelle überwunden werden muss.