RPR1 "Angedacht": Gottlos glücklich?!

Bettina Blum, Speyer, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 und ‘Feels like heaven’ bei Rockland Radio am Montag, 02. November 2009:

„Gottlos glücklich“ – steht auf einer Tafel neben einem knallroten Doppeldeckerbus. Auf dem Bus selbst das Bekenntnis: „Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott“.

Der Bus ist Hauptakteur einer Werbekampagne, die europaweit läuft. Das Ziel der Veranstalter: Nichtreligiösen und Atheisten zu zeigen, dass sie nicht alleine sind. Dadurch sollen sie ermutigt werden, sich gegen religiösen Hochmut zur Wehr zu setzen.

Aber ist es wirklich ein Ausdruck von Mut, sich in einem Land der Meinungsfreiheit auf die Straße zu stellen und zu bekennen, dass man „gottlos glücklich“ ist? Gott-los – dieses Wort reiht sich nahtlos in die Liste von Worten wie heimatlos, hilflos, kinderlos.

Ein Beweis, dass es Gott mit „an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ nicht gibt, drückt sich in diesem Wort nicht aus. Denn nur weil etwas in meinem persönlichen Leben fehlt, heißt das nicht, dass es überhaupt nicht existiert.

Wer sich selbst als gottlos bezeichnet, sagt damit nur, dass er meint, Gott nicht zu brauchen oder dass er ihn zumindest nicht finden kann. Menschen, die glauben auf Gott verzichten zu können, hat es schon immer gegeben.

Gut, dass Gott nicht auf sie verzichten möchte und uns deshalb wissen lässt: „Ich bin gefunden von denen, die mich nicht gesucht haben!“

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Kommentare  

  1. sapere aude schreibt zu Nov 2, 2009 @ 11:47 AM:

    Liebe Frau Blum, Sie Fragen, "ist es wirklich ein Ausdruck von Mut, sich in einem Land der Meinungsfreiheit auf die Straße zu stellen und zu bekennen, dass man „gottlos glücklich“ ist?"

    In einem Land, in dem prominente Führungspersonen einer Organisation mit 20 Millionen Mitglieder auf öffentlichen Veranstaltungen davon sprechen, dass 'Atheismus heute viele Menschen buchstäblich das Leben kosten' kann (http://www.kath.net/detail.php?id=24391), in einem solchen Land ist es mehr als mutig, sich hinzustellen und zu bekunden, dass man Atheist ist.

  2. Reto schreibt zu Nov 2, 2009 @ 12:43 PM:

    Ja, es braucht wirklich Mut, sich zum Atheismus zu bekennen, wenn man mit Nazis verglichen wird.
    Das „mit an Sicherheit grenzender wahrscheinlichkeit“ heisst ja gerade, dass es kein Beweis sein soll.
    Es werden von den Atheisten immer wieder Beweise verlangt, aber niemals von der Kirche, welche nur Dogmen verbreitet, welche nicht hinterfragt werden sollen.
    Wenn sie schon die Meinungsfreiheit bemühen, dann halten sie sich bitte selbst daran.

  3. Reto schreibt zu Nov 2, 2009 @ 01:39 PM:

    Ist es ein Ausdruck von Mut, Atheisten mit einer Liste von Wörtern zu beleidigen?

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