RPR1 "Angedacht": Dazwischen.
Pfarrerin Dr. Sigrun Welke-Holtmann, Callbach, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Mittwoch, 30. Dezember 2009:
Das schlimmste ist die Zeit dazwischen. Zwischen zwei herausragenden Punkten zum Beispiel, dem Jetztpunkt und dem erwarteten Termin, zwischen jetzt und der Zukunft, zwischen zwei Jahren etwa – so wie heute. Lohnt es sich, heute noch etwas anzufangen, oder soll ich damit lieber warten bis zum nächsten Jahr?
Wie verbringen sie solche Zwischenzeiten? Zum Beispiel beim Arzt zwischen Warten und Drankommen, oder an der Bushaltestelle zwischen frieren und einsteigen?
Oft wissen wir mit dieser Zeit nichts anzufangen, wir sehen sie als verlorene Zeit an und doch macht sie einen großen Teil unserer Lebenszeit aus. Eigentlich ist unser ganzes Leben eine Zwischenzeit, zwischen geboren werden und Sterben. Und deshalb meine ich, sollten wir unsere Sicht ändern und auch die Zwischenzeiten als von Gott geschenkte Zeit sehen.
Wartezeiten, wie kurz oder lang sie auch sind, geduldig annehmen, als Lebenszeit entdecken und uns von der Freude auf ein bevorstehendes Ereignis erfüllen lassen. Das ist die große Kunst. Unsere Ängste betrachten, zulassen und dadurch entmachten. Geduldig das zu tun, was getan werden muss und damit ganz im Augenblick zu leben – das ist die Aufgabe für unsere Zwischenzeiten.
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