RPR1 "Angedacht": Eine schmerzfreie Trennung gibt es nicht!
Pfarrerin Kerstin König-Thul, Trier, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Donnestag, 28. Januar 2010.
Fast jede zweite Ehe in Deutschland wird geschieden. Das ist viel. Es gibt Ehen, da ist es für alle Beteiligten besser, wenn man sich trennt. Und bei anderen denkt man: schade, vielleicht hätten sie es noch geschafft.
Aus welchen Gründen auch immer man sich trennt – es ist nicht einfach. Eine Trennung bedeutet Enttäuschung und Wut über das, was war und das, was nicht mehr sein wird.
Und schnell macht man sich dann Vorwürfe. Die gemeinsame Vergangenheit ist auf einmal nur noch schlecht. Schöne Momente hat es scheinbar nie gegeben.
Das Phänomen, das Menschen sich trennen, ist alt. Schon in der Bibel gibt es Trennungsgeschichte. Eine Geschichte erzählt von zwei Männern: Abraham und Lot. Sie sind gemeinsam mit ihren Herden unterwegs.
Aber dann kommt es zum Streit zwischen den beiden. Sie kommen einander in die Quere. Blockieren sich gegenseitig. Sinngemäß sagt die Bibel: “Sie konnten nicht mehr beieinander wohnen, weil der Raum für das viele, das jeder hatte, zu eng wurde.”
Und so haben Abraham und Lot sich getrennt. Jedoch ohne den anderen schlecht zu reden. Sie haben sich und den anderen in seinem Reichtum gesehen, d.h. in dem, was den anderen ausmacht. Und deswegen konnte jeder den anderen loslassen. Sie haben erkannt, dass jeder seinen Freiraum braucht, um sein Leben weiterleben zu können.
Es ist schwer, sich zu trennen. Eine schmerzfreie Trennung gibt es nicht. Das wäre illusorisch. Aber um den Schmerz erträglicher zu machen, ist es gut, respektvoll miteinander umgehen und in Achtung von einander Abschied nehmen.
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