RPR1 "Angedacht": Der Zweck heiligt nicht die Mittel.

Pfarrerin Julia Neuschwander, Landau, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Mittwoch, 10. Februar 2010:

Glück lässt sich nicht erzwingen. Schon gar nicht, wenn man anderen vorschreiben will, was ihr Glück ist. Genau das wollten in Münster vor ca. 500 Jahren die sogenannten Wiedertäufer, unter ihnen Jan Mathys und Jan van Leiden.

Obwohl sie nur das Gute für die Menschen im Auge hatten, ruinierten sie in kurzer Zeit eine ganze Stadt. Der Zweck heiligt eben nicht die Mittel. Auch nicht bei Jan Mathys und Jan van Leiden. Sie wollten in Münster das Gottesreich errichten und von dort weitertragen in die ganze Welt.

Selbst- und vor allem Gottvertrauen hatten sie genug, und daneben auch noch eine Menge merkwürdiger Vorstellungen: Mit Gewalt wollten sie durchsetzen, was diese Welt zu ihrem Heil braucht.

Deshalb haben sie alle Menschen noch einmal getauft. Sie sollten sich endlich ganz persönlich für Christus entscheiden und auch so leben, wie die sogenannten Wiedertäufer. Euphorisch, überschwänglich, glücklich.

Doch Glück lässt sich bekanntlich nicht erzwingen. So kam es zu Terror, Gewalt, Mord und Totschlag. Der Versuch, Gottes Reich mit Gewalt zu errichten, ging jämmerlich daneben.

Bis heute sind die Wiedertäufer aus dem 16. Jahrhundert eine Warnung für alle, die das Gute mit Gewalt durchsetzen wollen. Der Zweck heiligt keineswegs die Mittel. Schon gar nicht, wenn es um das Reich Gottes auf Erden geht.

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