RPR1 "Angedacht": Die Hutzel-Feuer.

Pfarrer Hans Hutzel, Ludwigshafen-Oggersheim, spricht “Angedacht” bei RPR1 am Dienstag, 23. Februar 2010:

Am Wochenende hat es wieder mal gebrannt auf den Feldern um Ludwigshafen. Aber keine Angst, es war kein Brandstifter am Werk. Vielmehr ging es dabei um einen alten Brauch, um das sogenannte Hutzel-Feuer.

Die Namensgleichheit
zwischen dem Feuer und mir ist allerdings reiner Zufall. Das Hutzel-Feuer ist nämlich viel älter als ich. Seit über 100 Jahren schon ist es bei uns in ein Ritual, am 1. Sonntag in der Passionszeit, solche „Hutzel – Feuer“ anzuzünden.

Die Flammen sollen die Dämonen des Winters vertreiben. Früher haben die Schuljungen dabei ihre selbst gebastelten Fackeln außerhalb des Dorfes angezündet und sind anschließend in den Ort hinein gelaufen.

Dort haben die Bewohner ihnen dann Lebensmittel geschenkt und … Hutzeln, also kleine Tannenzapfen. Daraus entwickelten sich die „Hutzel-Feuer“.

Heutzutage ist es mancherorts sogar ein „Highlight“ im gesellschaftlichen Mitein-ander: Vereine haben es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Brauch nicht aussterben zu lassen und organisieren solche „Hutzel-Feuer“.

Welche Dämonen damit heutzutage vertrieben werden? Z. B. wurden rund um den Frankfurter Flughafen solche „Hutzel-Feuer“ eingesetzt – gegen den immer stärker werdenden Fluglärm. Als Zeichen der Demonstration. Und da könnte ich es mir sogar vorstellen, mitzuzündeln.

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