RPR1 "Angedacht": Nein!

Pfarrer Werner Schleifenbaum, Selters, spricht ‘Angedacht’ bei RPR1 am Mittwoch, 10. März 2010.

Nein!!! So stand es an fünf Plätzen in meinem Büro. Ein Zettel mit dem Wort nein lag auf meinem Schreibtisch, einer klebte an meinem Telefon, einer an der Wand, einer war in meinem Terminkalender und einer sogar in meiner Bibel.

Warum? Das war mein Training. Tag für Tag hab ich daran gearbeitet, meinen angeborenen Sprachfehler loszuwerden. Ich konnte nicht nein sagen.

Können sie bei uns einen Vortrag halten? – Ja, natürlich, das mache ich. Kannst du nachher zu uns kommen? Wir haben ein Eheproblem. – Klar, ich komme. Der Termin nächste Woche ist so wichtig, da müssen sie auf ihren freien Tag verzichten. – Na gut, ich bin dabei.

So ging das jahrelang. Bei vielen Anfragen habe ich einfach zugesagt. Ich wollte ja schließlich meinem Nächsten helfen.
Tatsächlich: Ein schnelles ja sieht aus wie Nächstenliebe, aber es kann auch einfach die Angst vor einem Konflikt sein.

Gegen meinen Sprachfehler hat mir ein Satz von Jesus geholfen: Euer ja sei ein ja. Und euer nein sei ein nein.
Daraus habe ich gelernt: Ein Christ soll nicht einfach immer nur ja sagen. Auch Jesus hat das nicht getan. Er hatte die Freiheit, auch nein zu sagen.

Deshalb habe ich angefangen, genau das zu trainieren und manche Anfragen zu verneinen. Es hat geholfen. Heute brauche ich keine Zettel mehr, sondern ich sage einfach von mir aus öfter mal: Nein!

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